Die Staatsanwaltschaft in Südkorea hat Anklage gegen die abgesetzte Präsidentin Park Geun Hye erhoben. Unter anderem werden ihr Bestechlichkeit, Nötigung, Amtsmissbrauchs und die Verletzung von Staatsgeheimnissen vorgeworfen. Der Fall wurde an ein Strafgericht überwiesen. Während des Gerichtsverfahrens, das bis zu sechs Monate dauern kann, bleibt Park in Haft.

Die damalige Präsidentin war am 10. März wegen eines Korruptionsskandals ihres Amtes enthoben worden, vor zweieinhalb Wochen wurde sie verhaftet. Grund für die Ermittlungen ist eine Korruptionsaffäre ihrer engen Vertrauten Choi Soon Sil. Choi, die in demselben Gefängnis wie Park in Haft sitzt, soll ihre Beziehungen zur Präsidentin ausgenutzt haben, um Millionenspenden von Firmen für Stiftungen einzutreiben und sich persönlich zu bereichern.

Park wird vorgeworfen, Unternehmen wie Hyundai und Posco unter Druck gesetzt zu haben, Aufträge an Firmen oder Personen zu vergeben, die wiederum mit Choi in Verbindung stehen. Auch der Samsung-Konzern ist in die Affäre verwickelt, weil zwei Manager Chois Tochter begünstigt haben sollen.

Außerdem muss sich Park dafür verantworten, ihrer Freundin eine Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, darunter die Ernennung von Diplomaten und Regierungsvertretern. Bisher wies sie mehrfach jedes Fehlverhalten zurück und warf ihrer Vertrauten vor, ihre Freundschaft ausgenutzt zu haben.

Park Geun Hye, Tochter des Militärdiktators Park Chung Hee, trat im Februar 2013 als erste Frau ihres Landes das höchste Staatsamt an. Ein Putsch hatte ihren Vater 1961 an die Macht gebracht. Bis zu den Neuwahlen im Mai ist Ministerpräsident Hwang Kyo Ahn für die Aufgaben des Staatsoberhaupts in Südkorea zuständig und so lange Park Geun Hyes Nachfolger.