Aus Furcht vor einem Terroranschlag hat Israel seinen Grenzübergang zur ägyptischen Sinai-Halbinsel geschlossen. Der Übergang, der das israelische Eilat am Roten Meer mit Taba in Ägypten verbindet, soll vorerst bis zum Ende des jüdischen Pessachfestes am 18. April geschlossen bleiben, teilte ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Die Grenze in Taba bleibe nur für israelische Touristen offen, die aus dem Sinai zurückkehrten.

Die israelische Regierung rief ihre Landsleute dazu auf, die Region sofort zu verlassen. Zuvor hatte die israelische Antiterrorbehörde vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff gewarnt. Der Sinai ist ein beliebtes Urlaubsziel für Israelis, die traditionell während des Pessachfestes dahin reisen. 

Kurz nach der Warnung feuerten Extremisten von der Halbinsel eine Rakete in Richtung Südisrael ab, meldete das israelische Militär. Verletzte gab es demnach nicht.

Bereits im März hatte die Antiterrorbehörde wegen Terrorgefahr die höchste Warnstufe für Reisen in den Sinai ausgesprochen. Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) habe in den vergangenen Monaten ihre Aktivitäten verstärkt und ziele auch auf Touristen im Sinai.

Am Sonntag waren bei zwei Anschlägen in Ägypten zahlreiche Menschen getötet worden. Zunächst war es während einer Messe zum Palmsonntag in einer koptischen Kirche in der nördlich gelegenen Stadt Tanta zu einer Explosion gekommen. Stunden später sprengte sich ein Selbstmordattentäter außerhalb einer Kirche in Alexandria in die Luft. Insgesamt starben bei beiden Attacken mindestens 44 Menschen, mehr als 125 wurden verletzt. Die Terrormiliz IS reklamierte die Taten für sich. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sissi verhängte den Ausnahmezustand.