Die USA wollen Soldaten in den ostafrikanischen Krisenstaat Somalia schicken. Wie eine Sprecherin des Afrikanischen Kommandos der Vereinigten Staaten (Africom) mitteilte, geht es darum, somalische Soldaten für den Kampf gegen die islamistische Al-Shabaab-Miliz auszubilden und auszurüsten. Zunächst sollen einige Dutzend Soldaten entsandt werden.

In Somalia sind bereits 22.000 Soldaten der Militärmission der Afrikanischen Union (Amisom) stationiert. Durch die Stationierung der Soldaten wollen die USA nach Angaben der Sprecherin die dortige Armee unterstützten und bei der Durchführung von Sicherheitsoperationen helfen.

2011 hatten Truppen der Afrikanischen Union die Al-Shabaab-Miliz aus der Hauptstadt Mogadischu vertrieben. Die bewaffneten Rebellen kämpfen gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates und kontrollieren immer noch einige ländliche Regionen Somalias. In jüngerer Vergangenheit wurde das Land immer wieder von Anschlägen erschüttert.

Seit dem Sturz des Machthabers Siad Barre 1991 gibt es im Land am Horn von Afrika keine funktionierende Zentralregierung. Der seit Februar amtierende Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed erklärte der Al-Shabaab-Miliz Anfang April den Krieg. Außerdem tauschte Abdullahi Mohamed die Chefs von Armee, Polizei und Geheimdiensten aus. Er forderte die Bevölkerung dazu auf, die Armee im Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen.

US-Präsident Donald Trump hatte seinen Streitkräften Ende März erweiterte Befugnisse im Kampf gegen die Al-Shabaab-Miliz erteilt. Im vergangenen Jahr hatten die US-amerikanischen Streitkräfte in Somalia Dutzende Male mutmaßliche Stellungen der Terrormiliz mit Drohnen angegriffen. Dabei wurden nach Angaben der britischen Nichtregierungsorganisation Bureau of Investigative Journalism zwischen 223 und 311 Menschen getötet.