Sechs Jahre nach dem Waffenstillstand mit der Regierung will die Eta auch ihre letzten Waffen und Sprengstoffe abgeben. Die baskische Untergrundorganisation erklärte sich selbst zu einer "unbewaffneten Organisation" und kündigte an, am morgigen Samstag Waffen und Sprengstoff abzugeben. Der Prozess sei noch nicht formell abgeschlossen und könne durch "Feinde des Friedens" scheitern, hieß es in der ersten öffentlichen Stellungnahme seit fünfeinhalb Jahren, die der britische Sender BBC veröffentlichte.

Damit kommen die Separatisten einer Aufforderung des Parlaments der nordspanischen Region nach. Schon im März war aus dem Umfeld der Friedensverhandlungen bekannt geworden, dass eine komplette Entwaffnung kurz bevorsteht.

Nach 40 Jahren gewaltsamen Kampfes für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden Spaniens und Süden Frankreichs hatte die Eta 2011 einen Waffenstillstand verkündet. Seither übergaben die Separatisten allerdings nur einen Teil ihrer Waffen an staatliche Stellen. Der ehemalige konservative Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte einen Friedensprozess abgelehnt.

Die Gruppe hat mit Bombenanschlägen und Attentaten mehr als 820 Menschen getötet. Als ihr letztes Opfer gilt ein Polizist, der 2010 bei einem Attentat in Frankreich getötet wurde. Die Europäische Union stuft die Eta, die 1959 während der Franco-Diktatur von baskisch-nationalistischen Studenten gegründet worden war, als Terrororganisation ein. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Eta-Führungskader sowie Unterstützer festgenommen – zum Teil unter heftigen Protesten der baskischen Bevölkerung.