Eine Autopsie von drei Opfern des Luftangriffs in der syrischen Provinz Idlib belegt nach Angaben der türkischen Behörden den Einsatz von Chemiewaffen. Das sagte der türkische Justizminister Bekir Bozdağ türkischen Nachrichtenagenturen. 

Die Untersuchung der Leichen fand in der südtürkischen Provinz Adana statt. Dorthin waren nach dem Luftangriff vom Dienstag insgesamt 32 Verletzte gebracht worden. Drei von ihnen starben im Krankenhaus, ihre Leichen wurden nun untersucht. Nach Angaben Bozdağs nahmen Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen die Autopsie vor.

Die ersten Analysen ließen darauf schließen, dass die Opfer des Luftangriffs in Chan Scheichun am Dienstag dem chemischen Kampfstoff Sarin ausgesetzt gewesen seien, erklärte das türkische Gesundheitsministerium am Nachmittag. Das stützt Vermutungen von Medizinern, die schon vor der Obduktion aufgrund öffentlicher Fotos davon ausgegangen waren, dass wahrscheinlich ein Nervengift wie Sarin oder Tabun eingesetzt worden ist.

AFP/Getty
Wer kämpft in Syrien?

Wer kämpft in Syrien?

Laden …

Wer kämpft in Syrien?

Zerrissenes Land

Mehr als 400.000 Menschen sind in Syrien getötet worden, seit der Konflikt im Frühjahr 2011 als friedlicher Protest gegen die Regierung begann. Das Assad-Regime reagierte mit Gewalt, seine Gegner griffen zu den Waffen – heute herrscht Bürgerkrieg.

Laden …

Wer kämpft in Syrien?

Seit Beginn des Bürgerkriegs sind große Teile Syriens der Kontrolle des Regimes entglitten. Sie werden von unterschiedlichsten Milizen gehalten. Auch von außen erfahren die Kriegsparteien Unterstützung, und andere Länder greifen in den Krieg ein.

Laden …

Wer kämpft in Syrien?

Verhandlungen für eine politische Lösung sind immer wieder gescheitert, ebenso mehrere Waffenruhen. Humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung ist kaum möglich. So bleibt es dabei: Jeder kämpft seinen eigenen Krieg, ein Frieden ist nicht in Sicht.

Laden …
Laden …

Bei dem Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Kleinstadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib waren mindestens 80 Menschen getötet worden, Dutzende weitere wurden verletzt. Nach Angaben der WHO zeigten die Verletzten typische Symptome, die bei Kontakt mit sogenannten Nervengiften auftreten.

Westliche Vertreter machten Syriens Präsidenten Baschar al-Assad für den Angriff verantwortlich. Dagegen hatte nach Darstellung Russlands – Assads Partner – die syrische Luftwaffe ein von Rebellen genutztes Lager mit Giftstoffen getroffen. Giftgas wirkt nach Angaben von Fachleuten jedoch nur, wenn es gezielt abgeworfen wird. Wird es bombardiert, entfaltet es seine tödliche Wirkung nicht.  

Syrien - Donald Trump nennt Giftgas-Einsatz nicht akzeptabel US-Präsident Trump sieht durch den Einsatz von Giftgas in Syrien mehrere rote Linien überschritten. Wie die US-Regierung reagieren werde, ließ er offen. Die USA machen Präsident Assad für den Angriff verantwortlich. © Foto: Andrew Harnik/AP