Der amerikanische Außenminister hat Russland nach dem Luftangriff auf die syrische Luftwaffenbasis bei Homs vorgeworfen, Angriffe mit Chemiewaffen, wie etwa am vergangenen Dienstag, nicht verhindert zu haben. Putins Regierung sei an dieser Aufgabe gescheitert und trage damit eine Mitschuld oder sei "einfach inkompetent", sagte Rex Tillerson vor Reportern in Florida. Laut einem Abkommen aus dem Jahr 2013 sollte unter anderem Russland dafür sorgen, dass Syriens Chemiewaffen sichergestellt werden.

Russlands Präsident Wladimir Putin sagte, unbegründete Vorwürfe würden nicht weiterhelfen. Ansonsten hielt sich die Regierung in Moskau zunächst mit Reaktionen zum ersten US-Angriff auf die syrische Regierung zurück.

Russland warnte vor "negativen Konsequenzen"

Nur wenige Stunden vor dem Angriff hatte Russland bei den Vereinten Nationen vor "negativen Konsequenzen" bei einem möglichen Militäreinsatz gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad gewarnt. "Alle Verantwortung bei einer militärischen Aktion liegt auf den Schultern von denen, die diese fragwürdige und tragische Unternehmung beginnen", sagte der stellvertretende russische UN-Botschafter Wladimir Safronkow im UN-Hauptquartier in New York.

Eine einvernehmliche Syrien-Resolution des UN-Sicherheitsrat als gemäßigtere Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz hatte Russland zweimal hintereinander blockiert. Ob sich die USA im Falle einer gelungenen Resolution zurückgehalten hätten, ist nicht  bekannt.

Mit dem US-Luftangriff, der überraschend, im Alleingang und ohne Genehmigung des US-Kongresses stattfand, steuert Trumps Regierung auf einen Konflikt mit Russland und dem Iran zu, die Assads Truppen massiv militärisch unterstützen. Russland ist Assads wichtigster Verbündeter. Seit September 2015 fliegt die russische Luftwaffe in Syrien Angriffe – auch mit Rebellen, die den "Islamischen Staat" (IS) ebenso ablehnen wie Assads Regime.

Laut Pentagon hat das US-Militär Russlands Truppen vorab über den Angriff informiert. Es seien die notwendigen Vorkehrungen getroffen worden, um die Risiken für die in der Basis stationierten russischen wie syrischen Soldaten zu minimieren, sagte ein Pentagon-Sprecher. Tillerson verwies jedoch unabhängig davon darauf hin, dass es vor der Operation keine Absprache oder Koordinierung mit Russland gegeben habe.