Die USA haben neue Sanktionen gegen Mitglieder der syrischen Regierung verhängt. Dies sei eine Reaktion auf den jüngsten mutmaßlichen Giftgasangriff, für den die USA das Regime von Baschar al-Assad verantwortlich machen. Die Strafmaßnahmen richten sich gegen 271 Personen, teilte US-Finanzminister Steven Mnuchin mit.

Von den Sanktionen seien Mitarbeiter der syrischen Regierung und hochrangige Wissenschaftler des Landes betroffen, sagte er. Ziel der Sanktionen seien Waffenlieferanten, die der Regierung von Assad mutmaßlich den Einsatz von Chemiewaffen ermöglichten. Die USA und die EU haben im Laufe des mittlerweile sechsjährigen Bürgerkriegs in Syrien eine Reihe von Sanktionen beschlossen. Unter anderem wurden Vermögen regierungsnaher Unternehmen und Einzelpersonen eingefroren und Reiseverbote verhängt. 

Laut dem russischen Verteidigungsministerium ist die syrische Armee zu einer Waffenruhe in Chan Scheichun bereit, um eine internationale Untersuchung des Angriffs zuzulassen. Das Regime sei "bereit, ein vollständiges Moratorium für die Aktivitäten seiner Truppen, Luftwaffe und Artillerie in dem Gebiet zu erklären", wenn Ermittler in die von Rebellen kontrollierte Stadt entsandt würden. Die Experten sollten auch sicheren Zugang zur syrischen Luftwaffenbasis Al-Schairat erhalten, von der die Angriffe auf Chan Scheichun geflogen worden sein sollen, teilte das Ministerium weiter mit.

Nach Erkenntnissen der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) wurde bei dem Angriff das Nervengas Sarin oder eine ähnliche Substanz eingesetzt. Russland und der Iran als weiterer Verbündeter von Assad hatten die OPCW in der vergangenen Woche gebeten, ein neues Expertenteam zusammenzustellen, um zu klären, "ob Chemiewaffen in Chan Scheichun eingesetzt wurden und wie sie an den mutmaßlichen Anschlagsort gelangten". Der Vorschlag ging jedoch nicht auf eine bereits laufende Untersuchung der OPCW ein und wurde von dieser abgelehnt.

US-Präsident Donald Trump hatte als Reaktion auf den mutmaßlichen Einsatz von Giftgas einen Angriff auf den Stützpunkt der syrischen Luftwaffe angeordnet. Bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Chan Scheichun im Norden Syriens waren am 4. April rund 80 Menschen getötet worden.