Nach dem US-Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt hat der nationale Sicherheitsberater der US-Regierung, Herbert Raymond McMaster, die US-Strategie im Syrien-Krieg in einem Interview erklärt. Dem Fernsehsender Fox News sagte McMaster, die Zerschlagung der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) sowie die Ablösung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad seien Ziele mit gleich hoher Priorität.

Zuvor hatten sich US-Außenminister Rex Tillerson und UN-Botschafterin Nikki Haley öffentlich widersprochen. Tillerson hatte gesagt, zuerst müsse der IS besiegt werden, danach könne über die Zukunft Syriens debattiert werden. Haley hingegen sagte, sie halte es für vorrangig, Assad aus dem Amt zu vertreiben. US-Präsident Donald Trump hatte in seinem Wahlkampf stets die Priorität des Kampfs gegen den IS betont.

"Wir sind bereit, mehr zu tun"

"Es muss sowohl ein gewisses Maß an gleichzeitiger Aktivität als auch an Abfolge des Siegs zuerst über den IS geben", sagte McMaster. Trump suche eine politische Lösung, um einen Machtwechsel in Syrien herbeizuführen, sagte er. Russland müsse seine Unterstützung für Assad überdenken. "Es ist sehr schwer nachzuvollziehen, wie eine politische Lösung aus der Fortsetzung des Assad-Regimes gefunden werden kann", so McMaster.

Der vom US-Präsidenten befohlene Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt sei als "sehr starkes Signal an Assad und seine Unterstützer" gedacht gewesen. Weitere Angriffe schloss McMaster nicht aus, sollte Assad neue Gräueltaten begehen: "Wir sind bereit, mehr zu tun."

Der Angriff der USA war eine Reaktion auf einen mutmaßlichen Chemiewaffenangriff der syrischen Regierung in der nordwestsyrischen Kleinstadt Chan Scheichun, bei dem am Dienstag mindestens 86 Menschen getötet worden waren, unter ihnen 31 Kinder. Russland bezweifelt, dass die syrische Regierung für den Angriff verantwortlich ist.

Russland stimmt Untersuchung zu

Nach Angaben von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Russland nun aber zugestimmt, eine Untersuchung des Angriffs zu ermöglichen. Sein russischer Kollege Sergej Lawrow habe ihm in einem Telefonat versichert, dass seine Regierung den Weg frei machen wolle, um vor Ort zu untersuchen, "was denn nun tatsächlich dort geschehen ist", sagte Gabriel im ZDF. Er hoffe, dass dies "ein ernst gemeintes Angebot" sei.

Gabriel mahnte erneut, eine "weitere militärische Eskalation" müsse verhindert werden. "Man darf nicht so tun, als gehe es nur um Russland und die USA, es geht auch um den Iran, um Saudi-Arabien, um die Nachbarländer", sagte der Außenminister.

Beim G7-Außenministertreffen am Montag und Dienstag im italienischen Lucca wolle er US-Außenminister Rex Tillerson gemeinsam mit seinen Kollegen aus Großbritannien, Frankreich und Italien davon zu überzeugen, den Fokus auf eine diplomatische Lösung des Konflikts zu legen. "Wir müssen jetzt die Russen und viele andere an den Verhandlungstisch bekommen", sagte Gabriel. Dafür sei die "kräftige Unterstützung" der USA nötig.