Die Waffenlobby wird es mit dem aktuellen US-Präsidenten leichter haben als mit seinem Vorgänger: Donald Trump hat der mächtigen Waffenlobbyorganisation NRA versprochen, für die Rechte von Waffenbesitzern einzutreten. "Ihr seid meine Freunde, das könnt ihr mir glauben", sagte er bei einem Kongress der NRA in Atlanta. Bereits im Wahlkampf hatte sich Trump entsprechend geäußert, nun war er der erste Präsident seit Ronald Reagan im Jahr 1983, der bei dem Kongress der mächtigen Waffenlobbyorganisation auftrat.

Der 70-Jährige versicherte, dass seine Regierung nicht versuchen werde, das Recht auf Waffenbesitz in den USA einzuschränken. Die NRA habe mit ihm einen Freund und Vorkämpfer im Weißen Haus. "Ihr habt euch für mich eingesetzt, ich werde mich für euch einsetzen."

Trump genoss seinen Auftritt auf der Bühne, Beobachter sprachen sogar von einem Heimspiel für den US-Präsidenten. Trump hatte auch bereits als Kandidat im vergangenen Jahr vor dem Kongress gesprochen. Die NRA unterstützte ihn im Wahlkampf, in der Hoffnung, dass Trump anders als sein Vorgänger Barack Obama nicht versuchen werde, die Waffengesetze zu verschärfen. Laut der New York Times finanzierte die Waffenlobby Trumps Wahlkampf mit 30 Millionen Dollar.

Der Besitz und das Tragen von Schusswaffen gehören in den USA seit Jahrzehnten zu den großen politischen Streitthemen. Befürworter, politisch tendenziell eher bei Trumps Republikanern beheimatet, berufen sich auf den Zweiten Verfassungszusatz. In dem Paragrafen ist das Recht festgeschrieben, eine Waffe besitzen und tragen zu dürfen.

Kritiker machen darauf aufmerksam, dass eine große Anzahl von Verbrechen verhindert werden könnte, wenn der freie Zugang zu Schusswaffen erschwert würde. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Gewalttaten mit vielen Todesopfern. Trumps Vorgänger Barack Obama war mit seinen Versuchen, die Waffengesetze zu verschärfen, an den Republikanern im Kongress gescheitert.