US-Präsident Donald Trump sieht in dem erneuten nordkoreanischen Raketenabschuss auch eine Respektlosigkeit gegenüber China. Er warnte den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un vor weiteren Provokationen. "Ich wäre nicht glücklich, sollte er einen Atomtest unternehmen", sagte Trump in einem Interview des Senders CBS. Auf die Frage, ob er damit eine militärische Reaktion meine, sagte Trump: "Ich weiß nicht. Wir werden sehen."

Auch bei einer Veranstaltung vor Anhängern in Harrisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania äußerte Trump sich zu Nordkorea. Er glaube, der chinesische Präsident Xi Jinping sei ein guter Mann und wolle, dass die Situation geregelt werde. China werde vermutlich dabei helfen, die Lage zu lösen. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un sei eine Bedrohung für die Welt, so Trump.

Der Raketentest Nordkoreas war zuvor nach Darstellung Südkoreas fehlgeschlagen. Die Rakete habe nach dem Start nördlich der Hauptstadt Pjöngjang eine Höhe von höchstens 71 Kilometern erreicht, bevor sie in der Luft auseinandergebrochen sei, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Das südkoreanische Außenministerium warf Nordkorea Provokation vor. Mit dem Test habe das Nachbarland erneut gegen UN-Resolutionen verstoßen, die der Regierung in Pjöngjang den Start ballistischer Raketen verbieten.

Während Südkorea von einer zunächst nicht identifizierten ballistischen Rakete sprach, gingen US-Militärs nach Berichten amerikanischer Medien von einer Mittelstreckenrakete des Typs KN-17 aus. Zwei Tests mit solchen Raketen seien im April bereits misslungen.

Das Auswärtige Amt in Berlin warf der Führung in Pjöngjang einen "aggressiven Konfrontationskurs" vor. Der Raketentest verletze Sicherheitsratsresolutionen und sei ein erneuter Völkerrechtsbruch. Der Konflikt könne allerdings nicht militärisch, sondern nur auf diplomatischem Weg eingedämmt und langfristig gelöst werden, hieß es.

Inzwischen hat ein Flottenverband um den US-Flugzeugträger USS Carl Vinson die Gewässer um die koreanische Halbinsel erreicht. Der Verband nahm an einem gemeinsamen Seemanöver mit Südkoreas Streitkräften teil.