Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasangriff des syrischen Regimes auf den Ort Chan Scheichun haben die USA erstmals seit Beginn des Syrien-Kriegs Luftangriffe gegen das Assad-Regime geflogen.  

Das syrische Staatsfernsehen reagierte auf den Angriff und nannte ihn einen "Akt der Aggression". Der Gouverneur der Provinz Homs, Talal al-Barasi, sagte, die Aktion trage zu einer Stärkung von "Terroristen" bei und dass sich die Politik der syrischen Regierung nicht ändern werde. "Diese Angriffe waren nicht die ersten und ich glaube auch nicht, dass sie die letzten sein werden." Sie würden Extremisten wie dem "Islamischen Staat" (IS) nützen. Al-Barasi sagte, bei dem Angriff seien Menschen getötet und verletzt worden. Die genaue Opferzahl ist noch unklar. Der syrische Außenminister Walid al-Muallim wies während einer Pressekonferenz erneut jegliche Verantwortung für den Angriff zurück.

Die russische Führung verurteilt den Angriff ebenfalls. Es handle sich um einen "Angriff gegen einen souveränen Staat", erklärte der Kreml. Russland steht im Syrien-Krieg an der Seite von Staatschef Baschar al-Assad.

Aus Sicht der syrischen Opposition ist der Angriff der USA eine "sehr wichtige Reaktion". Der Sprecher des in Istanbul ansässigen Oppositionsbündnisses Syrische Nationale Koalition, Ahmed Ramadan, sagte: "Dies sollte der Anfang davon sein, dem (syrischen) Regime zu sagen, dass es nicht ungestraft bleiben kann."

Die britische Regierung unterstützt die Aktion der USA. Das Vorgehen sei eine angemessene Antwort auf den "barbarischen Chemiewaffenangriff" der syrischen Regierung, sagte ein Sprecher von Premierministerin Theresa May.

Auch Israel goutiert das Vorgehen der USA. US-Präsident Trump habe eine "starke und klare Botschaft" ausgesendet, dass der Gebrauch und die Verbreitung von Chemiewaffen nicht toleriert werde, erklärte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Freitag. Israel unterstütze die Entscheidung Trumps "voll" und hoffe, dass die Botschaft "nicht nur in Damaskus, sondern auch in Teheran, Pjöngjang und anderswo" gehört werde.

Saudi-Arabien stellt sich ebenfalls auf die Seite der USA. Das Außenministerium habe den USA die volle Unterstützung zugesichert, teilte die Regierung in Riad mit. Es sei eine "mutige Entscheidung" Trumps.

Emmanuel Macron, Präsidentschaftskandidat in Frankreich, hält ein militärisches Eingreifen in Syrien für vorstellbar. Dies müsse aber vorzugsweise unter Führung der Vereinten Nationen geschehen sowie eingebettet in politische und diplomatische Maßnahmen. Russland hat als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat jedoch wiederholt gegen Assad gerichtete Resolutionen verhindert.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bot den USA die Hilfe der Türkei an. "Sollten die USA handeln, sind wir bereit, unseren Teil beizutragen", sagte er der Tageszeitung Hürriyet. Die Türkei ist ein Gegner von Assad und fordert dessen Absetzung.

Der UN-Sicherheitsrat hatte sich zuvor bei einer Sondersitzung in New York erneut nicht auf eine neue Syrien-Resolution verständigen können. Russland warnte die USA vor "negativen Konsequenzen" bei einem militärischen Eingreifen. "Alle Verantwortung bei einer militärischen Aktion liegt auf den Schultern von denen, die diese fragwürdige und tragische Unternehmung beginnen", sagte der stellvertretende russische UN-Botschafter Wladimir Safronkow vor Journalisten im UN-Hauptquartier in New York.