In den USA haben Märsche für das Klima im ganzen Land Zehntausende Menschen angezogen. In 300 Städten waren Proteste gegen die Umweltpolitik von US-Präsident Donald Trump geplant. In Washington, D.C. marschierten die Demonstranten vom Kapitol zum Weißen Haus.

Vor Anhängern in Harrisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania kündigte Trump unterdessen an, in den kommenden zwei Wochen über das Pariser Klimaschutzabkommen zu entscheiden. Die Vereinbarung sei einseitig, erklärte er. Die USA müssten Milliarden US-Dollar zahlen, während andere Länder wie China, Russland und Indien nichts zahlten.

Trump hatte bereits im März ein Dekret unterzeichnet, mit dem zentrale Bestimmungen zum Klimaschutz aufgeweicht, abgebaut oder abgeschafft werden. Energieminister Rick Perry hatte sich gegen einen Ausstieg aus dem Pariser Abkommen und für dessen Neuverhandlung ausgesprochen.

Die Demonstranten in Washington und anderen Städten sind besorgt, Trump könne den internationalen Konsens zum Klimaschutz aufkündigen. "Trump will verabschiedete Gesetze zurücknehmen", sagte der aus New York nach Washington gekommene Demonstrant Robert Siegel. "Er will wieder Öl und Kohle ankurbeln, er macht bei allem das Gegenteil dessen, was man tun sollte."

In Chicago marschierten die Menschen zum Trump Tower

Viele Spruchbänder setzten sich in der Hauptstadt humorvoll mit dem US-Präsidenten auseinander. So wurde auf die Umweltbilanz von Trumps häufigen Wochenendtrips in seine Residenz Mar-a-Lago in Florida verwiesen und darauf, dass der durch den Klimawandel verursachte Anstieg des Meeresspiegels das Luxusanwesen am Atlantik bedrohe.

Unter den Demonstranten war auch Hollywoodstar Leonardo DiCaprio, der inmitten einer Gruppe Ureinwohner marschierte und ein Banner mit der Aufschrift "Der Klimawandel ist Wirklichkeit" trug.

Die Rentnerin Kem Morawski aus Maryland sagte, das Ziel der Demonstration sei, die Aufmerksamkeit der Kongressabgeordneten zu gewinnen. Sie sollten sehen, "dass es viele sind: ihre Wähler, die sich um den Klimawandel sorgen". Hoffnung, dass sich Trump die Forderungen der Demonstranten anhöre, habe sie nicht.

In Chicago marschierten die Protestierenden auf den Trump Tower zu. Unter ihnen waren auch Gewerkschaftsmitglieder, die Mitarbeiter der US-Umweltbehörde EPA repräsentierten. Für diese hat US-Präsident Donald Trump eine Budgetkürzung um ein Drittel vorgeschlagen, 3.000 Arbeitsplätze könnten dadurch gestrichen werden.

Ende 2015 war bei einer UN-Konferenz in Paris das globale Klimaschutzabkommen beschlossen worden, es gilt als Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel. Es sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, möglichst sogar auf unter 1,5 Grad.