Bernie Sanders zufolge wächst in den USA der Widerstand gegen Präsident Donald Trump. Er sei sehr zufrieden darüber, dass sich eine "unglaublich starke Grassroots-Opposition" gegen Trump formiere, sagte Sanders der ZEIT. Es entstünden überall Widerstandsbewegungen, "und ich glaube, das wird noch zunehmen".

Sanders hatte sich für die US-Wahl um den Posten als Präsidentschaftskandidat für die Demokraten beworben, aber gegen Hillary Clinton verloren. Der Demokrat, der sich selbst als "demokratischen Sozialisten" bezeichnet, hatte mit seinen linken Forderungen wie einer flächendeckenden Krankenversicherung oder der Abschaffung von Studiengebühren vor allem junge Wähler angesprochen. Auch nach Trumps Wahlsieg gegen Clinton engagierte er sich für einen Politikwechsel.

"Ich kann unseren europäischen Freunden nur sagen: Wir arbeiten 24 Stunden täglich, sieben Tage in der Woche dafür, diesem Mann eine starke Opposition entgegenzustellen", sagte Sanders der ZEIT. "Ich glaube, wir machen Fortschritte." Die Republikanische Partei, der Trump angehört, habe sich auf eine sehr beunruhigende Weise entwickelt. In den 60 Jahren nach Präsident Dwight D. Eisenhower sei die Partei sehr weit nach rechts gerutscht. Nun sei sie "in Wahrheit rechtsextrem". Nächste Woche erscheint Sanders' Buch Unsere Revolution auf Deutsch.

Trump ist zurzeit während einer insgesamt neuntägigen Auslandsreise im Westjordanland. Zuvor war er in Saudi-Arabien und Israel, weitere Stationen sind Rom, Brüssel und Sizilien. In den USA steht er wegen der Russland-Affäre unter Druck: Demokraten und auch einige Republikaner werfen dem Präsidenten vor, mit der Entlassung des FBI-Direktors James Comey laufende Ermittlungen behindert zu haben. Die US-Bundespolizeibehörde untersucht, ob es Verbindungen und Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gegeben hat.