Der brasilianische Präsident Michel Temer hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft versucht, Ermittlungen zum Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras zu behindern. Temer sowie andere einflussreiche Politiker wie etwa Senator Aécio Neves hätten mithilfe gesetzlicher Maßnahmen die Fortschritte der Ermittlungen verhindern wollen, teilte der Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot mit. Zudem hätten sie versucht, die Ernennung der Ermittler zu beeinflussen.

Bitte wählen Sie eine Option.
Danke, und willkommen bei „Deutschland spricht“
Viele unserer Leser sind in dieser Frage anderer Meinung als Sie. Wir würden Ihnen gerne noch vier weitere Fragen stellen:
Bitte wählen Sie eine Option.
Bitte wählen Sie eine Option.
Bitte wählen Sie eine Option.
Bitte wählen Sie eine Option.
Und jetzt?
Sie haben uns Ihre Antworten auf wichtige gesellschaftliche Fragen genannt. Viele Teilnehmer sind aber bei genau diesen Themen ganz anderer Meinung als Sie. Würden Sie gerne wissen, warum? Dann treffen Sie sich doch einfach!
Lernen Sie am Sonntag, den 18. Juni zwischen 15 und 18 Uhr eine Leserin oder einen Leser von ZEIT ONLINE aus Ihrer Region kennen, der oder die anders denkt als Sie. Machen Sie mit bei „Deutschland spricht!“. Worum geht es? Wir haben nicht zuletzt von den USA gelernt, dass demokratische Gesellschaften sich spalten können. Im schlimmsten Fall verlernen sie, miteinander zu reden. Dann versteht die eine Seite die andere nicht mehr, und beide Seiten tendieren dazu, immer bedingungsloser an Ihren Positionen festzuhalten und immun gegen Argumente zu werden. Wir wollen an einem Tag in diesem Jahr politische Gegner wieder miteinander ins Gespräch bringen. Ein offener Austausch der Argumente in einem echten Zwiegespräch. Von Angesicht zu Angesicht, überall in Deutschland. Wenn Sie dabei sein wollen, können sie sich jetzt anmelden. Wir werden wir für Sie dann in den kommenden Wochen einen Gesprächspartner in Ihrer Region suchen, mit dem Sie sich treffen können.
+ alles anzeigen
Damit wir eine Gesprächspartnerin oder einen Gesprächspartner für Sie finden können, beantworten Sie uns bitte einige Fragen.
Bitte geben Sie Ihren Namen ein.
Bitte wählen Sie eine Option.
Bitte geben Sie eine gültige Postleitzahl ein.
Fast geschafft ...
Ihre Anmeldung für „Deutschland spricht“ ist fast fertig. Damit ihr Gesprächspartner einen ersten Eindruck von Ihnen machen kann, erzählen Sie doch noch ein wenig von sich:
Bitte füllen Sie das Feld aus.
Bitte füllen Sie das Feld aus.
Bitte füllen Sie das Feld aus.
Bitte füllen Sie das Feld aus.
Bitte füllen Sie das Feld aus.
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Bitte geben Sie eine gültige Handynummer ein.
Vielen Dank! Wir melden uns, sobald wir einen Gesprächspartner für Sie gefunden haben.

Temer gerät in der Affäre immer mehr unter Druck. Belastend ist auch eine Aussage von Joesley Batista, die der Oberste Gerichtshof veröffentlichte. Der Chef des Fleischproduzenten JBS sagte demnach, dass er Temer 2014 etwa 4,6 Millionen Dollar an Schmiergeld gezahlt habe. Damals war Temer noch nicht Staatsoberhaupt, aber Stellvertreter der früheren Präsidentin Dilma Rousseff. Batista sagte, seine Firma habe erreichen wollen, dass das Erdgasmonopol von Petrobras gebrochen wird. Gegen Batista und dessen Konzern wird ebenfalls wegen Korruption ermittelt.

Auch Rousseff, die 2016 wegen des Skandals abgesetzt wurde, habe Geld erhalten, sagte Batista. Auf ihr Konto in einer Steueroase seien 30 Millionen Dollar überwiesen worden. Der frühere Präsident Luiz Inácio Lula da Silva habe 50 Millionen Dollar erhalten.

Temer lehnt Rücktritt ab

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, Batistas Zeugenaussage lege nahe, dass der inhaftierte frühere Parlamentspräsident Eduardo Cunha mit Zustimmung Temers monatliche Schweigegelder erhalten habe. Cunha ist ein möglicher Zeuge. Am Mittwoch hatte die Zeitung O Globo einen heimlichen Gesprächsmitschnitt veröffentlicht, in dem Temer die Schweigegeldzahlungen gebilligt haben soll. Daraufhin genehmigte das Oberste Gericht Ermittlungen wegen Korruption gegen Temer.

Seither gibt es erneut Massendemonstrationen und Rücktrittsforderungen. Trotzdem will der 76-jährige Temer im Amt bleiben. In einer im Fernsehen übertragenen Rede an die Nation sagte er: "Ich werde nicht zurücktreten. Ich wiederhole es. Ich werde nicht zurücktreten." 

Temer war erst von einem Jahr als Vizepräsident von Rousseff an die Macht gekommen. Temer hatte mit ihr gebrochen, ein Bündnis mit der Opposition geschmiedet und so die nötigen Mehrheiten für die umstrittene Absetzung der linken Politikerin erreicht. Umfragen zufolge ist er in der Bevölkerung äußerst unbeliebt, regelmäßig gibt es Proteste gegen seine Sparpolitik. Rousseffs Anhänger sehen sich durch die jüngsten Entwicklungen in ihrem Vorwurf bestätigt, die Amtsenthebung der Präsidentin am 12. Mai 2016 sei ein Staatsstreich der konservativen und rechtsliberalen Kräfte gewesen.