Studenten und Absolventen der Bundeswehr-Universität München haben nach Informationen der Süddeutschen Zeitung Kontakte zur rechtsextremen Identitären Bewegung. Demnach gehört ein Absolvent der Universität zum engeren Kreis der Gruppe, die seit geraumer Zeit vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Derzeit würden vier Studenten der Universität vom Militärischen Abschirmdienst (MAD) überprüft, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Informationen des Verteidigungsausschusses. Es werde auch untersucht, ob sie Kontakt zum Oberleutnant Franco A. hatten.

Gegenwärtig werden deutschlandweit Gebäude der Bundeswehr durchsucht, nachdem bekannt geworden war, dass A. mehrere Identitäten besaß und als falscher Flüchtling mutmaßlich einen Anschlag plante. Franco A. und sein mutmaßlicher Komplize Maximilian T. haben an der Münchener Bundeswehr-Uni in Neubiberg studiert. 

T. soll den Anschlag nach Angaben der Bundesanwaltschaft "aus einer rechtsextremistischen Gesinnung heraus" gemeinsam mit Franco A. und dem ebenfalls Ende April festgenommenen Studenten Mathias F. geplant haben. Dass es ein rechtsextremes Netzwerk innerhalb der Universität gab, war deshalb bereits vermutet worden.

Die Bundeswehr hatte schon 2014 Hinweise auf eine rechtsextreme Gesinnung von Franco A. Folgen hatte das nicht. Auch gegen Maximilian T. hatte der MAD bereits 2015 ermittelt, berichtete die Süddeutsche Zeitung vergangene Woche. T. soll Kameraden demnach während eines Diskobesuchs zu Aktionen gegen Flüchtlinge aufgefordert haben. Der Vorfall wurde an den MAD gemeldet, der Dienst konnte den Verdacht jedoch nicht erhärten. Zudem soll Maximilian T. Mitglied in einer WhatsApp-Gruppe gewesen sein, in der sich Franco A. mit Gleichgesinnten austauschte.

Insgesamt überprüft der MAD nach SZ-Informationen derzeit 284 Rechtsextremismus-Fälle in der Bundeswehr. Unter diesen sollen sich elf Studenten befinden.