Bundesliga - Die Bayern feiern ihre 27. Meisterschaft Bei der Feier in der bayerischen Hauptstadt haben die Münchner die Meisterschale präsentiert und Fangesänge angestimmt. Dabei wurde auch Kapitän Philipp Lahm verabschiedet. © Foto: Tobias Hase/dpa

Die USA und Saudi-Arabien haben sich am ersten Tag des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in Riad auf eines der größten Waffengeschäfte in der gemeinsamen Geschichte der beiden Länder geeinigt. Es wurden mehrere Abkommen im Wert von insgesamt etwa 340 Milliarden Euro unterzeichnet, wie der saudische Außenminister Adel al-Dschubeir bei einer Pressekonferenz mit seinem amerikanischen Amtskollegen Rex Tillerson mitteilte. Die amtliche saudi-arabische Nachrichtenagentur Sana sprach von 34 Abkommen in verschiedenen Bereichen wie Rüstung, Öl und Luftfahrt.

Zu den Vereinbarungen zählt ein Rüstungsabkommen zwischen beiden Ländern im Wert von etwa 98 Milliarden Euro. Tillerson sagte, das Geschäft garantiere die langfristige Sicherheit Saudi-Arabiens und der gesamten Golfregion angesichts des "bösartigen iranischen Einflusses" und "der mit dem Iran zusammenhängenden Bedrohungen". Tillerson forderte den wiedergewählten iranischen Präsidenten Hassan Ruhani auch auf, die Tests ballistischer Raketen zu beenden und das iranische "Terrornetzwerk" aufzulösen.

Der Militärdeal umfasst Verkäufe von Panzern, Kampfschiffen, Raketenabwehrsystemen, Radar- und Kommunikationstechnik und Cybersicherheitstechnologie an Saudi-Arabien. Das Land ist einer der wichtigsten Verbündeten Amerikas in der Region, unter anderem im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Trump sprach nach einem Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Naif von "Hunderten Milliarden Dollar Investitionen in den Vereinigten Staaten und Jobs, Jobs, Jobs". Es sei ein "gewaltiger Tag" gewesen, sagte der US-Präsident.

Saudi-Arabien ist Trumps erster Auslandsbesuch

Inmitten von neuen Enthüllungen in der Russland-Affäre war der US-Präsident zu seinem ersten Auslandsbesuch nach Saudi-Arabien geflogen. Das Land ist das erste von fünf, die Trump während seiner neuntägigen Reise besucht. Die Visite ist ein Novum: Noch nie in der Geschichte der USA hat ein US-Präsident Saudi-Arabien oder ein anderes mehrheitlich muslimisches Land zu seinem ersten Auslandsstopp im Amt gemacht.

Der Präsident will den Besuch nutzen, um zum Kampf gegen Islamismus aufzurufen, und außerdem, um seine Beziehungen zu Muslimen zu verbessern. Trump hatte in seinem Wahlkampf wiederholt antimuslimische Rhetorik benutzt. Nach dem zweitägigen Treffen in der saudischen Hauptstadt Riad reist Trump weiter nach Israel, Italien und Belgien. Trump wird von seiner Frau Melania, seiner Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner begleitet.

Melania Trump ohne Kopftuch

Am Morgen landete die Air Force One auf dem König-Chalid-Flughafen in Riad. Dort wurden Donald Trump und die First Lady mit einer aufwendigen Willkommenszeremonie empfangen. Melania Trump trug kein Kopftuch, obwohl ihr Mann 2015 die damalige First Lady Michelle Obama dafür kritisiert hatte, ihre Haare nicht zu bedecken. Auch Hillary Clinton und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatten bei ihren Besuchen kein Kopftuch getragen. In Saudi-Arabien ist es eigentlich Pflicht, dass sich Frauen in der Öffentlichkeit verschleiern.

König Salman begrüßte Trump persönlich. "Ich bin froh, Sie zu sehen", sagte der Monarch nach Angaben seines Übersetzers. Als Trumps Vorgänger Barack Obama im vergangenen Jahr nach Riad gereist war, war der saudische König nicht auf dem Rollfeld erschienen.

Das Verhältnis zwischen der Obama-Regierung und Saudi-Arabien galt als angespannt. Saudi-Arabien missfiel etwa der Atomdeal, den Obama mit dem saudischen Rivalen Iran geschlossen hatte. Mit Trump soll es besser werden: Der neue US-Präsident hatte das Abkommen mit dem Iran in seinem Wahlkampf mehrfach kritisiert.