Die US-Regierung setzt ihre Anti-Abtreibungspolitik fort und hat weiteren Organisationen die Zuschüsse für deren Gesundheitshilfe in Entwicklungsländern gestrichen. Auch solche Initiativen, die sich um Aids- und Malariakranke oder generell um die Gesundheit von Frauen und Kindern kümmern, fallen künftig unter den Vorbehalt, dass sie nur Geld bekommen, wenn sie Schwangerschaftsabbrüche nicht als Teil ihrer Arbeit ansehen oder gar anbieten. Nach Angaben des Außenministeriums betrifft dies Zusagen in Höhe von 8,8 Milliarden US-Dollar.

1984 hatte der damalige republikanische US-Präsident Ronald Reagan diese Richtlinie unter dem Begriff Mexico City Policy erlassen. Seitdem wird sie regelmäßig von demokratischen Regierungen abgeschafft und von republikanischen wieder in Kraft gesetzt – zuletzt von Donald Trump Mitte Januar, als er die Zuschüsse für internationale Organisationen gestrichen hatte, die im Ausland Frauen in Familienfragen beraten und dabei auch Abtreibungen als Optionen nennen. Zugleich wies er alle Regierungsbehörden an, entsprechende Kürzungen auch in ihrem Geltungsbereich zu überprüfen.

Dieser Aufforderung ist das Ressort von Außenminister Rex Tillerson nachgekommen. Demnach gilt die sogenannte Global Gag Rule nicht mehr nur für Organisationen, die Beratung und Hilfe bei der Familienplanung anbieten, sondern auch für solche, die sich in der Aids-Hilfe, in Programmen gegen die Ausbreitung von Malaria und in Initiativen für die Gesundheit von Müttern und Kindern engagieren. Betroffen ist beispielsweise auch die vom republikanischen Ex-Präsidenten George W. Bush initiierte Hilfsorganisation Pepfar, die sich um Aidskranke weltweit kümmert.

Abtreibungsgegner lobten die Entscheidungen des Weißen Hauses und des Außenministeriums als "überfällige Neuordnung". Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen befürchtet hingegen "ernste Folgen für Millionen Frauen und Kinder". Hunderte Klinken stünden vor dem Aus, die Politik der Regierung gefährde "Jahre des Fortschritts" im Bereich der Frauenarbeit.