Zwei Botschaften blieben von Donald Trumps Besuch in Israel: Der US-Präsident will Frieden schaffen, und er will ein starkes Bündnis gegen den Terrorismus und gegen den Iran. Diese Agenda bestimmte den eintägigen Besuch Trumps und fanden sich auch in seiner Rede im Israel-Museum in Jerusalem wieder.

Zunächst jedoch ging auch Trump auf den Terroranschlag in Manchester ein, bei dem 22 Menschen getötet wurden. "Wir müssen unsere Bürger und die Menschen dieser Welt schützen und verteidigen", sagte Trump. Die hasserfüllte Ideologie hinter dem Terror müsse vernichtet werden.

Unweigerlich führte Trump der Antiterrorkampf aber dann zum Thema Iran. Noch vor dem Anschlag hatte er gefordert, die iranische Unterstützung für Terroristen müsse eingestellt werden. Und auch in seiner Rede stellte er klar: Iran wird keine Nuklearwaffe besitzen. "Iran ruft zur Vernichtung Israels auf. Nicht mit Donald J. Trump." Das Publikum sprang auf und applaudierte ihm.

Der Saudi-Deal hat die gute Stimmung nicht getrübt

Donald Trump schwebt ein neues Bündnis vor, zwischen den USA, Israel und Teilen der arabischen Welt – gegen den Terrorunterstützer Iran. Ein neues Level der Partnerschaft sei möglich: Diese Botschaft brachte er aus Saudi-Arabien mit und verkündete sie bereits am Montag: Auch König Salman würde gern großartige Dinge in der Welt sehen. "Es gibt viele Dinge, die jetzt passieren können, die vorher niemals hätten geschehen können."

Trumps Fokus auf den Iran kommt Israels Premier Benjamin Netanjahu gelegen, zählt dieser doch seit Jahren zu seinen Lieblingsthemen. Immer wieder kritisiert er den in seinen Augen furchtbaren Iran-Deal, den auch Präsident Trump immer wieder als schlecht bezeichnet hat. So bedankte sich Netanjahu am Montagabend bei seinem Treffen mit Trump für die neue Iran-Politik der USA. "Zusammen können wir Irans Marsch der Aggression zurückdrängen."

Sogar der Waffendeal mit Saudi-Arabien konnte die freundliche Stimmung der beiden nicht trüben. Zwar hatten sich in Israel vor der Ankunft kritische Stimmen gemeldet: Energieminister Juwal Steinitz verwies darauf, dass Saudi-Arabien ein feindliches Land sei und Israel seinen militärischen Vorsprung nicht verlieren dürfe. "Ein Waffendeal in Höhe von Hunderten Millionen Dollar ist etwas, wozu wir eine Erklärung erhalten sollten." Doch nach Trumps Ankunft in Israel war der frisch geschlossene Deal dann kein Thema mehr. Was auch daran liegen könnte, dass das Waffengeschäft Saudi-Arabien als Gegenmacht zum Iran stärken  soll – was auch im Interesse Israels liegt. Denn der Iran ist am Ende für Israel doch der größere Feind.

Und dann ist da noch die Botschaft vom Frieden. "Wir wissen, dass Frieden möglich ist, wenn wir uns zusammen verpflichten, die Krise zu lösen", so Trump in seiner Rede im Israel-Museum. Er persönlich sei bereit, dabei zu helfen, eine Friedensvereinbarung auf die Beine zu stellen. "Die Palästinenser sind bereit für Frieden", verwies er auf sein Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Morgen. Und auch Netanjahu wolle Frieden – das wisse er aus den Gesprächen mit dem israelischen Premier. Frieden zu schaffen werde nicht einfach, aber mit Zielstrebigkeit, Kompromissbereitschaft und dem Glauben an den Frieden sei es möglich.