Nahost-Konflikt - Trump glaubt an Friedensverhandlungen zwischen Palästinensern und Israelis Beim Besuch von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich gezeigt, den Nahost-Konflikt zu befrieden. Abbas signalisierte seine Bereitschaft zu einem Friedensvertrag. © Foto: Carlos Barria/Reuters

US-Präsident Donald Trump und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas haben sich zum Nahost-Friedensprozess bekannt. "Ich werde alles tun, was nötig ist, um ein Abkommen zwischen den Palästinensern und Israel zu erreichen. Wir wollen Frieden herstellen. Wir werden es schaffen", sagte Trump bei einem Treffen mit Abbas im Weißen Haus.

Wie er das schaffen will, sagte Trump nicht. Er habe von vielen gehört, dass die Vermittlung eines Friedensabkommens möglicherweise die schwierigste Aufgabe überhaupt sei. "Lassen Sie uns sehen, ob wir ihnen das Gegenteil beweisen können, okay?", sagte Trump. 

Auch Abbas hofft nach eigenen Worten auf einen "historischen Friedensvertrag" während Trumps Präsidentschaft. "Es ist an der Zeit, dass Israel die Besatzung unseres Volkes und unseres Landes beendet. Wir sind das einzige Volk in der Welt, das noch unter Besatzung lebt", sagte Abbas. Die Palästinenser würden den Staat Israel anerkennen – Israel müsse umgekehrt aber auch einen palästinensischen Staat anerkennen, forderte Abbas.

Zuletzt hatte John Kerry, der Außenminister unter Trumps Vorgänger Barack Obama, 2014 einen Vermittlungsversuch im Nahostkonflikt ergebnislos abbrechen müssen. Trump wiederum stieg in das Thema ein, indem er im Februar mit einer langen Tradition in der US-Politik brach und sich mit einem klaren Bekenntnis zu einem unabhängigen palästinensischen Staat zurückhielt.

Vor zweieinhalb Monaten hatte Trump den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu in Washington empfangen. Auf der Pressekonferenz mit Netanjahu war er auf Distanz zur Zwei-Staaten-Lösung gegangen und hatte gesagt, er akzeptiere alles, was beide Seiten vereinbarten, um Frieden zu schließen.

Hamas-Chef fordert gerechte Lösung

Anlässlich von Abbas' USA-Reise forderte Hamas-Chef Chalid Maschal von Trump die Mitwirkung an einer "gerechten Lösung" für den Nahen Osten. Es gebe eine historische Gelegenheit, Israel unter Druck zu setzen, damit "eine gerechte Lösung für das palästinensische Volk" gefunden werde, sagte Maschal dem US-Nachrichtensender CNN. Die Regierung Trump zeige größere "Kühnheit" als frühere US-Regierungen. Dabei könne er die Gelegenheit nutzen, die sich mit der programmatischen Neuausrichtung der Hamas ergebe.

Die Hamas kontrolliert seit 2007 den Gazastreifen. Erstmals seit fast 30 Jahren änderte die islamistische Organisation in dieser Woche ihr politisches Programm und erklärte sich bereit, einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 zu akzeptieren.