Die vertraulichen Informationen, die US-Präsident Donald Trump an russische Vertreter weitergegeben hat, stammen offenbar aus Israel. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf aktuelle und frühere Regierungsmitarbeiter. Demnach wies Israel mehrfach darauf hin, dass mit den Details mit größter Umsicht umgegangen werden müsse.

Israel ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA. In einer Stellungnahme teilte Ron Demer, der israelische Botschafter in den USA, mit, dass beide Staaten beim Thema Terrorismus weiterhin eng zusammenarbeiten würden.  Er sehe die Beziehung zwischen den Geheimdiensten von Israel und den USA nach der mutmaßlichen Weitergabe israelischer Informationen an Russland nicht beeinflusst. Er habe immer noch volles Vertrauen, sagte Dermer.

Bei den von Trump an Russlands Außenminister Lawrow und den russischen Botschafter Sergej Kislyak weitergegebenen Informationen handelt es sich laut Washington Post um sensible Details über Anschlagspläne der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Die Details seien von einem befreundeten Geheimdienst beschafft worden, der um eine vertrauliche Behandlung gebeten habe, hieß es in dem Bericht. Der US-Präsident sieht sich deswegen massiver Kritik ausgesetzt.

McMaster verteidigt Trump

Unterstützung für sein Vorgehen erhielt Trump von seinem nationalen Sicherheitsberater. Der US-Präsident habe mit seinem Handeln "in keiner Weise" Quellen oder Geheimdienstmethoden kompromittiert, sagte H.R. McMaster. Die Informationen, die Trump weitergegeben hatte, seien "völlig angemessen" gewesen. Er und andere Sicherheits- und Strategieberater seien bei dem Gespräch anwesend gewesen und hätten nicht den Eindruck gehabt, dass unangebrachte Details ausgetauscht worden seien. Zudem sei der Präsident nicht einmal über die Quellen oder Geheimdienstmethoden bezüglich dieser Angaben informiert gewesen.

Zugleich zeigte sich McMaster nicht besorgt, dass andere Geheimdienste die Zusammenarbeit mit den USA einstellen könnten. Es stelle sich vielmehr die Frage, wer die Informationen an die Presse weitergeleitet habe und damit die nationale Sicherheit gefährdet habe.

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, sagte, die anhaltenden Skandale würden die Arbeit im Senat stark behindern. "Wir könnten weniger Drama aus dem Weißen Haus vertragen", sagte McWarner. Der demokratische Senator Mark Warner, der im Sicherheitsausschuss des Senats ist, forderte von Trump, dass er ein Protokoll oder Mitschnitt des Treffens mit Lawrow und Kislyak herausgebe. Auch der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Charles E. Schumer, sagte, Trump solle den Verlauf veröffentlichen, "wenn er nichts zu verbergen hat".

Parlamentarier besorgt über Vorwürfe

Nach den Anschuldigungen hatte Präsident Trump am Morgen getwittert, er habe "absolut das Recht", Informationen mit Russland zu teilen. Er habe aus "humanitären Gründen" gehandelt und wolle, dass Russland seinen Kampf gegen Terrorismus und insbesondere den IS intensiviere, schrieb der US-Präsident weiter. 

Trump und sein Kabinett waren in der Vergangenheit immer wieder für mutmaßliche Verbindungen nach Russland kritisiert worden. Letzte Woche entließ Trump den FBI-Chef James Comey, der Verbindungen von Trump im Wahlkampf zu Russland untersucht hatte.

Laut einer Umfrage des Demokraten-nahen Public Policy Polls, deren Daten noch vor den neuen Vorwürfen erhoben wurden, sehen immer mehr Amerikaner die Politik des Präsidenten kritisch. 48 Prozent der Befragten würden sogar ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn befürworten, mehr als die Hälfte ist unzufrieden mit seiner Arbeit. 43 Prozent waren vor den aktuellen Entwicklungen der Meinung, dass Trumps Team im Wahlkampf mit Russland zusammengearbeitet hat.