Der russische Staatschef Wladimir Putin ist bereit, die Notizen einer umstrittenen Unterredung zwischen US-Präsident Donald Trump und Außenminister Sergej Lawrow zu veröffentlichen. Wenn das Weiße Haus zustimme, könnten die Aufzeichnungen dem US-Kongress überreicht werden, sagte Putin in Sotschi. Zugleich bezeichnete er den Skandal um die Weitergabe von geheimen Informationen an Russland durch US-Präsident Donald Trump als "politische Schizophrenie".

Trump war in die Kritik geraten, nachdem mehrere Medien berichtet hatten, dass er Lawrow und dem russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, sensible Geheimdienstinformationen über die Terrormiliz IS verraten haben soll. Das Weiße Haus dementierte diese Berichte zunächst, später twitterte der Präsident, dass er "absolut das Recht" dazu gehabt habe und dies aus "humanitären Gründen" getan habe. Putin witzelte nun, er werde Lawrow rügen, weil er "diese Geheimnisse nicht mit uns geteilt" habe. 

In der Affäre um die umstrittenen Russlandkontakte seiner Berater veröffentlichten mehrere Medien zudem weitere Informationen, die Trump in Bedrängnis bringen könnten. Die New York Times berichtete, dass Trump versucht habe, die Ermittlungen des FBI zu behindern. Demnach soll er nur einen Tag nach dem Rücktritt seines Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn den mittlerweile von ihm entlassenen Chef der Bundespolizei, James Comey, um eine Einstellung der Ermittlungen gegen Flynn gebeten haben. "Ich hoffe, Sie können das fallen lassen", soll Trump zu Comey gesagt haben. Flynn sei "ein guter Kerl".

Ermittlungen wegen Russland - Trump soll Comey unter Druck gesetzt haben US-Präsident Donald Trump soll mehreren Medienberichten zufolge versucht haben, die Ermittlungen des FBI gegen sein Team zu verhindern. Ex-FBI-Chef James Comey habe es so notiert. © Foto: Andrew Harrer-Pool/Getty Images

Sowohl die Zeitung als auch die Agenturen berufen sich auf ein Gesprächsprotokoll, das Comey von seinem Treffen mit dem Präsidenten verfasst haben soll. Allerdings lagen die Notizen den Medien nicht selbst vor, sodass sie keine direkte Einsicht haben konnten. Sie berufen sich stattdessen auf Vertraute des früheren FBI-Chefs, die aus dem Memo zitiert und im Fall der New York Times Textpassagen daraus vorgelesen haben sollen. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen Insider, dem zufolge die Zeitung den Inhalt korrekt wiedergegeben hat.

Nach einem Bericht des US-Senders CNN sei Comey so "entsetzt" über die Aufforderung des Präsidenten gewesen, dass er den Inhalt des Gesprächs in einem Memo festgehalten und im Anschluss hochrangigen Mitarbeitern seiner Behörde gezeigt habe.