"Trump ist ein Präsident, bei dem man annehmen muss, dass er brisante Informationen an russische Vertreter weitergibt", sagte Thomas Oppermann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Das ist ein gefährlicher Zustand." Der SPD-Fraktionsvorsitzende mahnte die deutschen Geheimdienste zur Vorsicht. Trumps willkürlicher Umgang mit wichtigen Informationen sei ein "Sicherheitsrisiko für den Westen". Er setzte hinzu: "So, wie es gerade läuft, kann es nicht weitergehen. Das gefährdet den Informationsaustausch und kann für beide Seiten gefährlich werden."

Trump hatte Mitte Mai beim Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow vertrauliche Informationen eines befreundeten Geheimdienstes über die IS-Miliz preisgegeben. Nach einem Bericht der Washington Post bestätigte Trump die Weitergabe per Twitter; er habe "absolut das Recht" dazu.

Die Informationen stammten laut Medienberichten vom Nachrichtendienst eines mit den USA befreundeten Landes; sie seien streng geheim und hätten nicht einmal in breiteren Kreisen der US-Regierung oder mit Verbündeten geteilt werden dürfen. Im Gespräch mit den Russen hat Trump die Informationen demnach spontan offengelegt. US-Regierungsmitarbeiter nannten diese Entscheidung "extrem rücksichtslos".