US-Präsident Donald Trump will nach der Entlassung von James Comey möglichst rasch einen neuen FBI-Chef ernennen. Möglicherweise werde er seine Entscheidung bis Ende nächster Woche treffen, bevor er zu seiner ersten Auslandsreise aufbreche, sagte Trump. "Auch das ist möglich."

Vier potenzielle Kandidaten für die Comey-Nachfolge wurden am Samstag von Justizminister Jeff Sessions und dessen Vize Rod Rosenstein befragt, und zwar der geschäftsführende FBI-Chef Andrew McCabe, der New Yorker Richter Michael Garcia, der republikanische Politiker John Cornyn und die Rechtsanwältin Alice Fisher, die unter Präsident Georg W. Bush eine Spitzenbeamte im Justizministerium war. Sie wäre die erste Frau in dieser Position. Fisher kam als Erste zum Interview und verließ das Gebäude nach eineinhalb Stunden wieder, ohne einen Kommentar abzugeben.

"Ich denke, der Prozess wird schnell gehen", sagte Donald Trump vor Journalisten. Fast alle Kandidaten seien sehr bekannt, hoch respektiert und sehr talentiert. "Und das ist es, was wir für das FBI wollen." Neben diesen vier Kandidaten zieht Trump laut Medienberichten noch eine Reihe weiterer Kandidaten in Betracht. Die New York Times listet beispielsweise sechs weitere Namen auf.

US-amerikanischen Medienberichten zufolge bemüht sich das Weiße Haus um einen Comey-Nachfolger, dem keine sehr engen Verbindungen zu Trump nachgesagt werden können. Der Justizminister ist Vorgesetzter des FBI-Direktors, aber das letzte Wort über den Kandidaten liegt beim Präsidenten. Danach muss der Senat die Nominierung billigen.

Rosenstein will Senatoren informieren

Trump hatte Comey am Dienstag überraschend entlassen. Die genauen Hintergründe sind unklar, widersprüchliche Aussagen aus dem Weißen Haus sorgten für Verwirrung. Die Gegner des US-Präsidenten vermuten, dass die Ermittlungen des FBI zu dubiosen Russland-Kontakten von Trumps Umfeld der Auslöser waren.

Das Weiße Haus hatte allerdings zeitgleich mit dem Entlassungsschreiben ein Memo Rosensteins veröffentlicht, in dem dieser Comeys Umgang mit der E-Mail-Affäre der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton scharf kritisiert. In dem offiziellen Entlassungsschreiben erklärte Trump, er folge einer Empfehlung des Justizministeriums. Später sagte er, er habe Comey schon länger entlassen wollen und habe dies allein entschieden. Trump hatte Comey als "Blender" und "Angeber" beschimpft.

Comey will vorerst nicht vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aussagen. Dagegen nahm Vizejustizminister Rod Rosenstein die Einladung an, alle 100 Senatoren in der kommenden Woche über Comeys Rauswurf zu informieren.