Der ehemalige FBI-Chef James Comey hat erstmals selbst Stellung zu seiner plötzlichen Entlassung durch Präsident Donald Trump genommen. Ihm sei immer bewusst gewesen, "dass ein Präsident einen FBI-Direktor aus beliebigem Grund oder ohne jeden Grund feuern kann", schrieb Comey in einem Brief an die Mitarbeiter der US-Bundespolizei, der vom Sender CNN veröffentlicht wurde. Er plane nicht, lange über die Entscheidung der Entlassung oder die Art, wie sie übermittelt wurde nachzudenken, hieß es darin.

Außerdem schrieb Comey, das amerikanische Volk solle das FBI in turbulenten Zeiten als standfeste Einrichtung mit Kompetenz, Aufrichtigkeit und Unabhängigkeit wahrnehmen. Es sei sehr hart, eine Gruppe von Menschen zu verlassen, "die sich verpflichtet fühlen, das einzig Richtige zu tun". Er hoffe, dass die Mitarbeiter weiter für die Werte des FBI eintreten würden, um Amerikaner zu schützen und die Verfassung zu bewahren.

Trump hatte den FBI-Direktor am Dienstag überraschend entlassen. Er ist damit seit Richard Nixon der erste US-Präsident, der einen hochrangigen Vertreter der Strafverfolgung entlassen hat, während dieser eine Ermittlung mit Verbindungen zum Weißen Haus leitete.

Donald Trump - "Er hat keinen guten Job gemacht" US-Präsident Donald Trump hat erklärt, warum er FBI-Chef James Comey entlassen hat. Das habe nichts mit dem Besuch des russischen Außenministers zu tun. © Foto: Brendan Smialowski/AFP/Getty Images

Trump hatte die Entlassung mit Comeys Umgang mit der E-Mail-Affäre von Hillary Clinton begründet. Die Demokraten warfen ihm vor, dieses Argument nur als Vorwand zu nutzen. Sie forderten einen Sonderermittler, um mögliche Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam nach Russland und mögliche Absprachen zur Manipulation der US-Wahl zu untersuchen. Die Opposition fürchtet, dass nach Comeys Entlassung die Unabhängigkeit der Untersuchungen gefährdet ist.

James Comey - Trump entlässt überraschend FBI-Chef Das Weiße Haus begründete den Schritt mit Comeys Vorgehen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl. © Foto: Kevin Lamarque/Reuters

Republikaner wie der Vorsitzende im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, lehnten das ab. Der US-Präsident habe die Geduld mit Comey verloren und nicht gewollt, dass das FBI "in Unordnung" gebracht werde, sagte er dem US-Fernsehsender Fox News. Mit Blick auf einen Sonderermittler sagte er, das FBI und der Geheimdienstausschuss seien bereits in dieser Sache aktiv – die Methoden und Informanten müssten geschützt werden. Der Geheimdienstausschuss des Senats lud Comey ein, sich am kommenden Dienstag hinter verschlossenen Türen zu äußern.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses teilte mit, dass Trump schon seit seiner Wahl erwogen habe, Comey zu entlassen. Am Tag zuvor war die Hauptbegründung für den Schritt noch gewesen, es gebe neue Bedenken im Justizministerium und diese hätten zur Entlassung geführt.

Trumps Entlassungsschreiben an Comey wird weiterhin diskutiert. Trump hatte angemerkt, Comey habe ihm drei Mal gesagt, dass nicht gegen ihn persönlich ermittelt werde. Falls Comey Trump tatsächlich über den Ermittlungsstand informiert hätte, sei dies ein Verstoß gegen das Protokoll gewesen, beklagten Kritiker. FBI-Ermittler dürfen weder mögliche Verdächtige noch in anderer Weise von Ermittlungen betroffene Personen über laufende Untersuchungen informieren.

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