Marine Le Pen will den Front National grundlegend erneuern. "Wir sind beunruhigt über die Perspektiven, die uns die nächsten fünf Jahre bringen", sagte Le Pen bei ihrer Rede nach ihrer deutlichen Niederlage bei der Stichwahl in Frankreich. Sie schlug vor, die Partei zu transformieren und "eine neue politische Kraft" zu schaffen.

Diese neue Kraft würde die wichtigste Opposition zum neuen Präsidenten Emmanuel Macron sein. Ob die angekündigte Transformation eine Auflösung, Neugründung oder Spaltung der Partei zur Folge hat, ließ Le Pen offen. Am Ende der Rede rief Le Pen alle Patrioten auf, sich ihr anzuschließen. "Für die kommenden Monate braucht Frankreich euch mehr als je zuvor."

Der Front-National-Politiker Florian Philippot sagte dem Fernsehsender TF1, dass die Neuaufstellung der Partei einen neuen Namen bedeuten müsse. Der Vorschlag ist nicht neu: Nach der Entmachtung von Jean-Marie Le Pen hatte Philippot die Namensdebatte mehrmals angestoßen.

Aus der Partei gab es Kritik an Le Pens Vorstoß. Der Gründer des Front National, Jean-Marie Le Pen, sagte der französischen Zeitung Le Monde: "Die Entscheidung [zur Transformation] wird vom Parteikongress abhängen. Sie hängt weder von Marine Le Pen noch von Florian Philippot ab." Außerdem kritisierte er Philippots Kommunikation: "Er sollte sich hinsichtlich des Misserfolgs von heute Abend besser diskret verhalten. Er kann sich nicht aufspielen oder eine Namensänderung vorschlagen. Er sollte sich daran erinnern, dass er nur ein Gast in diesem Haus ist."