Der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump wollen sich am Rande des G20-Gipfels am 7. und 8. Juli in Hamburg zum ersten Mal treffen. Der Kreml teilte nach einem Telefonat der beiden mit, sie hätten vereinbart, ein bilaterales Treffen am Rande des Gipfels der wichtigen Industrie- und Schwellenländer anzupeilen. 

Putin und Trump sollen in dem Telefonat auch über die Konflikte in Syrien und auf der koreanischen Halbinsel beraten haben, hieß es in den Pressemitteilungen. Wie die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf den Kreml berichtet, rief Putin Trump zur Zurückhaltung auf, um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nicht weiter zu verschärfen.

Außerdem hätten die beiden Präsidenten vereinbart, den Dialog über einen Waffenstillstand in Syrien auf hoher diplomatischer Ebene fortzusetzen. Sie seien sich einig darüber, dass es in Syrien bereits zu viel Leid gegeben habe und künftig Sicherheits- und Deeskalationszonen eingerichtet werden müssen, hieß es vom Weißen Haus. Die Vereinigten Staaten wollen einen Vertreter zu Waffenstillstandsgesprächen senden, die am 3. und 4. Mai in Astana weitergehen. Ziel sei es, einen wirklichen Friedensprozess in Gang zu bringen.

USA - Trumps Außenpolitik Donald Trumps Außenpolitik wirkt erratisch. Welche Ziele verfolgt die US-Administration derzeit? © Foto: Josh Edelson/Getty Images

Das Telefonat zwischen Trump und Putin war das erste bekannt gewordene seit dem US-Angriff in Syrien und das dritte seit Trumps Amtsantritt im Januar. Der Kreml nannte die Unterhaltung "konstruktiv" und "geschäftsmäßig", das Weiße Haus sprach von einem "sehr guten" Telefonat. US-Präsident Donald Trump hat sich innerhalb der ersten 100 Tage im Amt schon mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping getroffen, mit Wladimir Putin hingegen noch nicht.

Angespanntes Verhältnis zwischen Russland und den USA

Obwohl Trump Putin im Wahlkampf als "starken Führer" bezeichnet und angekündigt hatte, mit ihm zusammenarbeiten zu wollen, gilt das Verhältnis zwischen beiden Ländern als angespannt. Grund dafür sind unter anderem Vorwürfe von US-Geheimdiensten gegenüber dem Kreml, mit Hackerangriffen in den US-Wahlkampf eingegriffen zu haben. Das FBI untersucht zur Zeit überdies mögliche Verbindungen zwischen dem Wahlkampfteam Trumps und der russischen Regierung.

Ein US-Angriff mit Marschflugkörpern auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt Anfang April hatte die Stimmung zwischen Moskau und Washington weiter verschlechtert. Trump hatte mit dem unerwarteten Schritt auf einen mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien reagiert, für den er Russland und die syrische Armee verantwortlich machte. Syrien erklärte dagegen ebenso wie Russland, Trumps Luftangriff habe ein Chemiewaffenlager der Rebellen getroffen, wodurch Giftgas freigesetzt worden sei. Russland forderte außerdem internationale Ermittlungen zum Giftgaseinsatz.