Ein indonesisches Gericht hat den christlichen Gouverneur der Hauptstadt Jakarta wegen Gotteslästerung zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der Vorwurf der Blasphemie gegen Basuki "Ahok" Tjahaja Purnama sei erwiesen, heißt es in dem Urteil.

Der Vorsitzende Richter Dwiarso Budi Santiarto sagte, Purnama habe mit seinen Äußerungen im Wahlkampf um das Gouverneursamt den Islam beleidigt. Der Gouverneur hatte im Wahlkampf gesagt, der Koran verbiete es Muslimen nicht, für einen Nicht-Muslim zu stimmen. Wer das glaube, lasse sich in die Irre führen.

Mit der Entscheidung ging das Gericht über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte zwei Jahre Haft auf Bewährung gefordert. Purnama kündigte an, Berufung einzulegen. Als Gouverneur war er Mitte April bereits abgewählt worden. In der Stichwahl verlor er gegen einen muslimischen Kandidaten. Die Amtsübergabe ging aber noch nicht über die Bühne. Vermutet wird, dass ihn seine Bemerkungen über den Koran auch den Wahlsieg kosteten.

Vor dem Gerichtsgebäude brachen Anhänger von Purnama in Tränen aus, während konservative islamische Gruppen die Entscheidung des Gerichts feierten. Kritik, das Gerichtsverfahren sei politisch motiviert gewesen, wiesen die Richter zurück. Es habe sich um ein reines Strafverfahren gehandelt.