FBI-Chef James Comey hat seine Entscheidung verteidigt, kurz vor der US-Präsidentschaftswahl Ermittlungen in der E-Mail-Affäre von Hillary Clinton öffentlich zu machen. Er habe vor der schwierigen Entscheidung gestanden, die Senatoren darüber zu informieren oder es zu verheimlichen, sagte Comey im Justizausschuss des Senats in Washington. "Es zu verschweigen wäre aus meiner Sicht katastrophal gewesen."

Ausgelöst wurden die neuen Ermittlungen durch die Entdeckung Tausender E-Mails auf dem Laptop eines früheren Kongressabgeordneten, der mit einer engen Vertrauten Clintons verheiratet war. Comey sagte, er habe den Kongress darüber unterrichten müssen, weil er vor dieser Entdeckung den Fall unter Eid für abgeschlossen erklärt hatte.

Einige Demokraten werfen Comey vor, durch die Veröffentlichung der Informationen den Ausgang der Präsidentenwahl beeinflusst zu haben. "Mir wird leicht übel bei dem Gedanken, dass wir eine gewisse Auswirkung auf die Wahl gehabt haben könnten", sagte Comey dazu. Aber das FBI müsse unabhängig arbeiten. Sobald man als Ermittler darüber nachdenke, ob eine Entscheidung Auswirkungen auf politische Entwicklungen haben könnte, sei diese Unabhängigkeit gefährdet, sagte der FBI-Chef.

Comey wies zudem Vorwürfe zurück, das FBI gehe bei seinen Ermittlungen zu möglichen Verbindungen des jetzigen US-Präsidenten Donald Trump und seines Wahlkampfteams zu Russland anders vor. Russland sei bis zum heutigen Tag aktiv daran beteiligt, die US-Politik zu beeinflussen, sagte der FBI-Chef. Durch das Ergebnis der letzten US-Wahl seien sie geradezu ermutigt worden. "Ich denke, eine der Lektionen, die die Russen daraus gezogen haben, ist: Das funktioniert", sagte Comey. Bis zum Abschluss der FBI-Untersuchung werde aber nicht mehr gesagt, als dass ermittelt werde.