US-Justizminister Jeff Sessions hat ein härteres Vorgehen gegen Drogenkriminelle und andere Straftäter angeordnet. Die Bundesstaatsanwälte sollten bei den schwersten und leicht beweisbaren Verbrechen die höchstmöglichen Strafen anstreben, heißt es in er Direktive, die am Freitag veröffentlicht wurde. 

In dem zweiseitigen Schreiben schreibt Sessions außerdem wie bereits die Bush-Regierung ein Mindeststrafmaß vor. Er räumte zugleich ein, dass es Umstände geben könne, "in welchen ein gutes Urteilsvermögen den Staatsanwalt zum Entschluss bringt, dass die Strafpolitik nicht gerechtfertigt ist".

Die Direktive ist die erste wichtige Anordnung des als Hardliners geltenden Republikaners an das Justizministerium und kehrt die Politik von Ex-Präsident Barack Obama um. Dessen damaliger Justizminister Eric H. Holder Jr. hatte bei gewaltlosen Drogenverbrechen Milde angeordnet, um die überfüllten US-Gefängnisse zu entlasten. Außerdem hatte er angeordnet, dass in jedem Fall die persönlichen Umstände berücksichtigt werden sollen. Holders Direktive wurde von Jeff Sessions mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Steven H. Cook, der die neue Direktive mit verfasst hatte, sagte der Washington Post, dass Holders Direktive den Strafverfolgern "die Hände gebunden" hätte.

Der frühere Staatsanwalt Brett Tolman sagte der New York Times: "Jahrzehntelange Erfahrungen haben gezeigt, dass wir Amerikas Drogenprobleme nicht einfach verhaften und einsperren können." Stattdessen müsse man Ressourcen darauf verwenden, Drogensüchtige zu behandeln und gezielt Gewaltverbrechen zu bekämpfen. Befürworter der Legalisierung von Marihuana befürchten indessen, dass Sessions den Marihuanabesitz auch in jenen Staaten verfolgen werde, die es legalisiert haben.

Jeff Sessions gilt als Hardliner, der sich vor allem den Kampf gegen die Drogenkriminalität auf die Fahnen geschrieben hat. "Die Opiate- und Heroin-Epidemie trägt zur jüngsten Zunahme von Gewaltverbrechen in Amerika bei", sagte er in einer Rede am Donnerstagabend in West Virginia.