Bislang hat sich der frühere Sicherheitsberater Michael Flynn geweigert, seine Kontakte zu russischen Behördenvertretern und Geschäftsleuten offenzulegen. Dazu will ihn der Geheimdienstausschuss des Senats nun zwingen. Eine entsprechende Anordnung sei an Flynn geschickt worden, teilten die Vorsitzendenden des Ausschusses, Richard Burr und Mark Warner, mit. Sie wollen eine mögliche russische Einflussnahme auf die US-Wahl untersuchen.

Flynn war nur dreieinhalb Wochen nach dem Amtsantritt der Trump-Regierung zurückgetreten, weil er über seine Telefonate mit dem russischen Botschafter die Unwahrheit gesagt hatte. Seine bis 2005 zurückreichenden Kontakte mit Russland werden derzeit vom Kongress, von der US-Bundespolizei FBI und vom Verteidigungsministerium untersucht.

Donald Trump - "Er hat keinen guten Job gemacht" US-Präsident Donald Trump hat erklärt, warum er FBI-Chef James Comey entlassen hat. Das habe nichts mit dem Besuch des russischen Außenministers zu tun. © Foto: Brendan Smialowski/AFP/Getty Images

Der Geheimdienstausschuss des Senats lud zudem den gerade entlassenen FBI-Chef James Comey ein, sich am kommenden Dienstag in einer vertraulichen Sitzung zu äußern. Comey hatte die Ermittlungen zu möglichen illegalen Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung geleitet. Trump steht wegen seines Rauswurfs in der Kritik.

Die oppositionellen Demokraten äußerten den Verdacht, dass Trump in der Affäre um Russlandkontakte seines Wahlkampfteams etwas zu verbergen habe: Möglicherweise seien die Ermittlungen unter Comeys Führung dem Weißen Haus zu nahe gekommen und stellten eine Gefahr für den US-Präsidenten dar.

In der offiziellen Begründung des Weißen Hauses war von der Russlandaffäre aber keine Rede, sondern rechtfertigte den Schritt mit Comeys Fehlern im Umgang mit der E-Mail-Affäre von Trumps Präsidentschaftsrivalin Hillary Clinton. Comey habe dabei seine Kompetenzen überschritten und "Reputation und Glaubwürdigkeit des FBI" schwer beschädigt, heißt es.