Vor dem ersten Nato-Besuch von US-Präsident Donald Trump haben SPD und Grüne die US-Forderung nach höheren Militärausgaben kritisiert. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Es ist völlig unrealistisch, dass wir unsere Militärausgaben mit einem zweistelligen Milliardenbetrag steigern." Die von den USA verlangte Aufstockung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes werde es mit der SPD nicht geben.

Grünen-Chef Cem Özdemir warnte vor höheren Militärausgaben. "Der Ansatz, mehr Geld für Rüstung führe automatisch zu mehr Sicherheit, offenbart ein überholtes Verständnis davon, wie ein Mehr an innerer und äußerer Sicherheit erreicht werden kann", sagte Özdemir den Zeitungen der Funke-Gruppe. Er forderte die Nato auf, die westlichen und transatlantischen Werte auch gegen einen "irrlichternden US-Präsidenten Trump" hochzuhalten.

Trump nimmt am Donnerstagnachmittag erstmals an einem Nato-Gipfel teil. Am Vormittag trifft er zunächst mit EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionschef Jean-Claude Juncker zusammen. Während des Gipfels will Trump mehr Geld einfordern: Die Bündnispartner sollen ihre Ausgaben erhöhen. Der US-Präsident werde diese Forderung sehr deutlich machen, sagte US-Außenminister Rex Tillerson vor dem Treffen.

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani appellierte indessen an Trump, an der engen Partnerschaft zwischen Europa und den USA festzuhalten. Die EU-Spitzen erhofften sich positive Signale von dem Treffen, sagte der italienische Politiker der Welt. "Europa und die USA teilen viele gemeinsame Interessen, etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen. Hier können wir eine gemeinsame Arbeitsgrundlage finden", sagte Tajani.