Die Koalitionsverhandlungen in den Niederlanden sind zwei Monate nach der Parlamentswahl gescheitert. Entscheidend für das Scheitern der Verhandlungen zwischen den vier großen Parteien waren laut der Leiterin der Gespräche, Edith Schippers, unterschiedliche Positionen hinsichtlich der Einwanderungspolitik, die sich als unüberbrückbar erwiesen hätten. Die Regierungsbildung dürfte sich damit um Monate verzögern.

Am Ende lagen die "inhaltlichen Auffassungen über bestimmte Themen zu weit auseinander", sagte die rechtsliberale Gesundheitsministerin. An den Verhandlungen nahmen die rechtsliberale VVD, die linksliberale D66, die christdemokratische CDA und die grüne Partei GroenLinks teil. Von Anfang an hatten die führenden Politiker der Parteien erklärt, dass es aufgrund unterschiedlicher politischer Positionen schwierig werden würde, eine Koalition zu bilden.

Der Chef der GroenLinks, Jesse Klaver, sagte zum Scheitern der Verhandlungen: "Wir haben alle versucht, eine nahezu unmögliche Kombination zusammenzubringen. Heute hat sich erwiesen, dass die Differenzen zu groß waren." Währenddessen freute sich der Vorsitzende der rechtspopulistischen PPV, Geert Wilders, per Twitter über die gescheiterten Gespräche. Das seien "sehr gute Nachrichten", schrieb er und fügte hinzu, dass seine Partei vollends zur Aufnahme von Koalitionsgesprächen bereit sei.

Fast alle schließen Koalition mit Wilders aus

Die Parlamentswahl am 15. März wurde als Erfolg für die Europäische Union und gegen die international wachsende politische Macht des Rechtspopulismus gefeiert. Die VVD von Ministerpräsident Mark Rutte ging bei der Wahl als stärkste Partei hervor, gefolgt von der PPV unter Wilders. Rutte braucht zur Bildung einer stabilen Regierungskoalition mindestens drei Parteien.

Eine Zusammenarbeit mit der PPV schließen fast alle Parteien aus. Eine Alternative wäre eine Koalition zwischen Ruttes VVD, den Christdemokraten vom CDA, D66 und CU, die eine knappe Mehrheit im Parlament hätte.