Die nigerianische Extremistenmiliz Boko Haram hat nach Regierungsangaben 82 der vor rund drei Jahren entführten Schulmädchen freigelassen. Laut einer Mitteilung des Präsidialamtes wurden im Gegenzug mehrere mutmaßliche Mitglieder der Islamistengruppe aus der Haft entlassen.

Die Regierung bedankte sich bei der Schweiz und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz für die Hilfe bei "langwierigen Verhandlungen". Aus Militärkreisen war zuvor verlautet, die freigelassenen Mädchen würden gegenwärtig in einer Region an der Grenze zu Kamerun von Ärzten untersucht. Sie sollten dann zunächst in die Stadt Maiduguri geflogen werden.

Bei den Verhandlungen ging es laut einem Präsidentensprecher um alle Geiseln in der Gewalt von Boko Haram, insbesondere aber um die Freilassung der Schülerinnen. Im April 2014 hatte die Miliz rund 220 Mädchen aus einem Internat in der nordöstlich gelegenen Stadt Chibok verschleppt. Im August 2016 war ein Video bekannt geworden, in dem Bedingungen für die Freilassung der Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren gestellt wurden.

Truppen der nigerianischen Regierung hatten zuletzt mithilfe von Nachbarstaaten große Teile der einst von Boko Haram kontrollierten Gebiete zurückerobert. Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Staates im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Konflikt seit 2009 getötet, Tausende Zivilisten verschleppt. 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben. 2014 weiteten die Boko-Haram-Kämpfer ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus.

Nigeria - Boko Haram lässt 82 entführte Mädchen frei Nigerias Präsident Mohammed Buhari die Schülerinnen empfangen. Die Islamisten hatten 2014 rund 220 Mädchen aus einem Internat verschleppt. m Gegenzug entließ die nigerianische Regierung Kämpfer von Boko Haram aus dem Gefängnis. © Foto: Sodiq Adelakun/Getty Images