Nordkorea hat mit einer verbalen Attacke gegen seinen Verbündeten China auf den zunehmenden Druck aus dem Nachbarland reagiert. China habe "eine Reihe absurder und unbedachter Bemerkungen" gemacht, die "erhebliche Konsequenzen" haben könnten, hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Die Demokratische Volksrepublik Korea werde niemals um die Erhaltung der Freundschaft mit China "betteln" und dafür auch nicht ihr Atomprogramm aufs Spiel setzen, das für Pjöngjang so kostbar sei "wie das eigene Leben".

Der Kommentar der Nachrichtenagentur zitiert Aussagen aus chinesischen Staatsmedien, die laut KCNA Nordkorea die Schuld für die Zuspitzung der Lage auf der Koreanischen Halbinsel geben. Zudem würden Ausreden dafür erfunden, dass China "nach der Pfeife der USA" tanze, hieß es in dem Kommentar, der auch eine offene Drohung beinhaltet: "China sollte nicht länger die Grenzen der Geduld der Demokratischen Volksrepublik Korea austesten."

China ist der engste Verbündete und wichtigste Handelspartner Nordkoreas. Es ist sehr ungewöhnlich, dass Nordkorea China so direkt kritisiert. Die US-Regierung hatte die Regierung in Peking zuletzt dazu gedrängt, eine Abkehr Nordkoreas von seinem Atom- und Raketenprogramm zu erzwingen. China hat bereits mehrere Erklärungen des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea mitgetragen und sämtliche Kohleimporte aus dem Land bis Jahresende gestoppt. Zuletzt hatten Chinas Staatsmedien noch härtere Sanktionen gefordert und Nordkorea vor weiteren "Fehlern" gewarnt.

Die Lage in der Region ist derzeit angespannt, weil Nordkorea immer wieder Raketentests vornimmt und damit gegen UN-Resolutionen verstößt. Zudem hat Nordkorea nach eigenen Angaben seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Am Montag drohte das Regime, "zu jeder Zeit und an jedem Ort" zu einem neuen Atomtest bereit zu sein. Das hat in den letzten Monaten vor allem zu einer Konfrontation mit den USA geführt, die auch einen Militärschlag gegen das Land nicht mehr ausschließen. Am Montag hatte sich Trump unter Bedingungen zu einem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereit erklärt.