US-Präsident Donald Trump hat sich grundsätzlich zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bereit erklärt. "Wenn es für mich angemessen wäre, ihn zu treffen, würde ich es durchaus tun, ich würde mich geehrt fühlen", sagte Trump in einem Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg. Allerdings müssten die richtigen Voraussetzungen dafür geschaffen sein. "Die meisten Politiker würden das niemals sagen", fügte Trump hinzu. 

Trumps  Sprecher Sean Spicer sagte kurz darauf, es müssten noch viele Bedingungen erfüllt werden, bis ein derartiges Treffen stattfinden könnte. Zum jetzigen Zeitpunkt sei das nicht der Fall. "In naher Zukunft" werde es keine Begegnung geben, sagte er. Erst müsse Kim Zeichen guten Willens zeigen. Sollte die Führung in Pjöngjang mit ihrem provokativen Verhalten fortfahren, würde es niemals zu Gesprächen kommen. Welche Bedingungen Nordkorea genau erfüllen solle, sagte Spicer nicht.

Die Rhetorik zwischen den USA und Nordkorea hatte sich zuletzt verschärft. Im Streit über das Atomprogramm des abgeschotteten kommunistischen Staats kündigte Trump an, einen Flugzeugträger in Richtung Korea zu schicken. Nordkorea reagierte mit Kriegsdrohungen. Trump schloss einen Angriff auf Nordkorea nicht aus, erklärte aber auch, auf eine nichtmilitärische Lösung etwa durch schärfere Sanktionen zu setzen.

Trotz internationaler Kritik und UN-Sanktionen treibt Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm voran. Am Wochenende testete das Land erneut eine Mittelstreckenrakete, die nach US-Angaben kurz nach dem Start zerbrach. Gleichzeitig signalisierte die Regierung in Pjöngjang ihre Bereitschaft, jederzeit neue Atomtests vorzunehmen. Im vergangenen Jahr hatte das Regime von Kim Jong Un zwei Atomtests durchgeführt und damit gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen.

Trump warnte Kim Jong Un zuletzt vor neuen Provokationen. "Ich wäre nicht glücklich, sollte er einen Atomtest unternehmen", sagte er in einem Interview des Senders CBS. Auf die Frage, ob er damit eine militärische Reaktion meine, sagte Trump lediglich: "Ich weiß nicht. Wir werden sehen."

Die US-Regierung setzt in dem Konflikt derzeit verstärkt auf China und will, dass die Regierung in Peking den Druck gegenüber Nordkorea erhöht. Die USA gehen davon aus, dass die Regierung von Präsident Xi Jinping großen Einfluss auf Nordkorea hat, auch weil rund 80 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels über China laufen. Chinas Außenminister Wang Yi brachte in der vergangenen Woche erneut die Möglichkeit der Wiederaufnahme von diplomatischen Gesprächen ins Spiel. In der Vergangenheit hatte China die USA immer wieder aufgefordert, direkte Gespräche mit Nordkorea aufzunehmen, um so die beiden Hauptkontrahenten an einen Tisch zu bringen.