Die USA wollen am Dienstag erstmals testen, eine Interkontinentalrakete abzufangen. Wie das Pentagon mitteilte, soll die Rakete auf den Marshallinseln im Pazifik abgefeuert und auf der kalifornischen Luftwaffenbasis Vandenberg abgefangen werden.

Damit simuliere das US-Verteidigungsministerium den Angriff durch eine Langstreckenrakete mit atomarem Sprengkopf, wie Nordkorea sie derzeit entwickelt, sagten Pentagon-Mitarbeiter. Zunächst werde versucht, eine Rakete abzufangen, die einer Interkontinentalrakete ähnelt, sagte der Sprecher der Raketenabwehr, Christopher Johnson. Diese ist deutlich schneller als jene, die zuvor für andere Abfangtests genutzt worden sind. In einem nächsten Schritt solle dann das Abfangen einer tatsächlichen Interkontinentalrakete versucht werden.

Das Pentagon besitzt mehrere Raketenabwehrsysteme; gegen Interkontinentalraketen kommt voraussichtlich das Interceptor-System zum Einsatz. Es existiert seit 2004, ist jedoch nie eingesetzt oder vollständig getestet worden. In Alaska sind derzeit 32 davon gelagert, vier weitere auf der Basis Vandenberg nördlich von Los Angeles. Bis zum Ende des Jahres soll es dem Pentagon zufolge acht weitere geben.

Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten mehrere Mittelstreckenraketen getestet. Zudem hat das Land seit 2006 nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Mit den Tests verstößt die Regierung in Pjöngjang gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats- Die Spannungen in der Region haben deshalb deutlich zugenommen. US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Freitag am Rande des G7-Gipfels in Sizilien dennoch zuversichtlich, dass der Konflikt mit Nordkorea gelöst werden könne.