Emmanuel Macron hat die Präsidentenwahl in Frankreich ersten Hochrechnungen zufolge klar gewonnen. Der parteiunabhängige Kandidat holte in der Stichwahl demnach 65,9 Prozent der Stimmen. Die Kandidatin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, kam auf 34,1 Prozent, wie Hochrechnungen auf Basis erster Auszählungsergebnisse ergaben.

Die Wahlbeteiligung lag Umfragen zufolge mit rund 75 Prozent deutlich unter der Präsidentschaftswahl von 2012 mit knapp 80 Prozent. Insgesamt waren knapp 47 Millionen Franzosen aufgerufen, den Nachfolger von Präsident François Hollande zu bestimmen.

Der neu gewählte französische Präsident Emmanuel Macron äußerte sich optimistisch über die Zukunft seines Landes. Mit seinem Sieg in der Stichwahl öffne sich "ein neues Kapitel" – das "der Hoffnung und der wiedergewonnenen Zuversicht".

Marine Le Pen gratulierte ihrem Kontrahenten Emmanuel Macron zum Wahlsieg: Frankreich habe für Kontinuität gestimmt. Das Land sei gespalten zwischen Patrioten und "Globalisierern". Ihr Abschneiden als Kandidatin des Front National sei historisch, ihre Partei sei nun die wichtigste Oppositionskraft in Frankreich. Le Pen kündigte die Erneuerung des Front National an: "Ich werde vorschlagen, diesen umfassenden Umbau unserer Bewegung zu beginnen, um sie zu einer neuen politischen Kraft zu machen."

Auch der scheidende französische Präsident François Hollande gratulierte Macron zum Sieg bei der Präsidentenstichwahl. Das Ergebnis zeige, dass die überwältigende Mehrheit der Wähler für die Europäische Union und Weltoffenheit sei.

Parlamentswahlen im Juni

Mit Macrons Sieg haben die französischen Wähler noch lange nicht ihr letztes Wort gesprochen: Am 11. und 18. Juni folgen die beiden Wahlgänge der Parlamentswahlen. Dann wird sich zeigen, ob der neue Präsident auch eine Mehrheit in der Nationalversammlung für seinen versprochenen Reformkurs findet. Macron trat als unabhängiger Kandidat mit seiner neuen Bewegung "En Marche" außerhalb des etablierten Parteienspektrums an.

Die meisten französischen Beobachter halten es für wenig wahrscheinlich, dass "En Marche" mit seiner Mischung aus Vertretern der Zivilgesellschaft und einigen aus anderen Parteien übergetretenen Politikern bis Juni einen landesweit schlagkräftigen Apparat aufstellen kann, der die Mehrheit erringt.

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