US-Vize-Justizminister Rod Rosenstein hat nach Aussagen mehrerer Senatoren frühzeitig gewusst, dass US-Präsident Donald Trump FBI-Chef James Comey entlassen will. Erst nachdem er davon erfahren hat, soll Rosenstein nach Aussage dreier demokratischer Senatoren eine entsprechende Empfehlung für Trump verfasst haben.

Die Angaben der Senatoren widersprechen der öffentlichen Erklärung aus dem Weißen Haus. Dieses hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, Trump habe US-Justizminister Jeff Sessions und Rosenstein nach ihrer Meinung über Comey gefragt und auf deren Empfehlung gehandelt. Später sagte Trump allerdings selbst, er habe schon zuvor geplant, den FBI-Chef zu entlassen.

Rosenstein hatte Mitte der Woche den früheren FBI-Chef Robert Mueller damit beauftragt, mögliche Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam Trumps und Russland zu untersuchen. Mueller solle "jegliche Verbindungen und/oder Abstimmungen zwischen der russischen Regierung und Personen mit Verbindung zur Wahlkampagne von Präsident Donald Trump" untersuchen. Der Posten ist mit umfassenden Ermittlungsvollmachten ausgestattet und vor politischer Einflussnahme geschützt.

In Zusammenarbeit mit der US-Bundespolizei und den Gerichten hat Mueller die Befugnis, Unterlagen anzufordern, Zeugen zu befragen und auch Anklage zu erheben. Rosenstein habe Mueller auch ernannt, da Justizminister Jeff Sessions sich wegen Befangenheit durch frühere Kontakte zum russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, aus den Russland-Ermittlungen heraushält.

USA - Ex-FBI-Chef soll Trumps Verbindungen nach Russland untersuchen Nach zunehmendem Druck von Öffentlichkeit und Opposition hat das US-Justizministerium einen unabhängigen Sonderermittler in der Russland-Affäre ernannt. Robert Mueller soll untersuchen, ob es Absprachen zwischen Trumps Team und Russland gegeben hat. © Foto: Molly Riley/ Reuters