Während des in wenigen Wochen beginnenden Confederations Cup und der Fußballweltmeisterschaft 2018 schränkt die russische Regierung die Demonstrationsrechte rund um die Austragungsorte ein. Das geht aus einem Dekret hervor, das von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet wurde. Demonstrationen seien nur an Orten und zu Zeiten gestattet, die von den Behörden zuvor genehmigt wurden.

Die Beschränkungen gelten vom 1. Juni bis zum 12. Juli 2017 für den Confederations Cup, der in Moskau, St. Petersburg, Kasan und Sotschi ausgetragen wird. Für die Fußball-WM greifen sie zwischen dem 25. Mai und dem 25. Juli 2018. Vergleichbare Dekrete hatte Putin schon für die Olympischen Winterspiele in Sotschi und die Paralympischen Spiele 2014 erlassen.

Der russische Regierungskritiker Alexej Nawalny, der für den 12. Juni zu Demonstrationen in ganz Russland aufgerufen hat, bezeichnete die Anordnung als nichtig. "Die verfassungsmäßigen Rechte der russischen Bürger können nicht per Präsidenten-Dekret eingeschränkt oder ergänzt werden", schrieb Nawalny auf Twitter. Putins Vorstoß werde seine Unterstützer nicht davon abhalten, auf die Straße zu gehen. "Natürlich werden unsere Demonstrationen die Spiele nicht stören."

Der Confederations Cup ist ein Testlauf für die WM, an dem auch Deutschland teilnimmt. Zuletzt teilte die Regierung in Moskau mit, dass die Kosten für die Fußballweltmeisterschaft in Russland gestiegen sind. Das Budget sei umgerechnet um rund 74 Millionen Euro erhöht. Damit beträgt das Gesamtbudget rund zehn Milliarden Euro. Wegen einer tiefen Rezession hatte Russland seine Mittel für die Vorbereitung der WM vor einigen Jahren gekürzt. Experten gehen davon aus, dass die Gesamtkosten für den Bau von Stadien und Infrastruktur weit über dem geplanten Betrag liegen dürften.