In Syrien kam es nach der Einrichtung von vier Schutzzonen für die zivile Bevölkerung zu Gefechten zwischen Rebellen und der Armee. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die Rebellen berichten von mehreren Angriffen und anschließenden Gefechten. In einer der Zonen in der zentralsyrischen Provinz Hama kam es den Menschenrechtlern zufolge am Sonntag zu Kämpfen zwischen Regierung und Rebellen. Demnach starben dort mindestens 28 Kämpfer auf beiden Seiten seit Inkrafttreten des Abkommmens. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben einzelner Gruppierungen aus Syrien ist nicht möglich.

Verabredete Schutzzonen in Syrien

Provinz liegt komplett in der Schutzzone Provinz liegt teilweise in Schutzzone

Das ganze Wochenende hindurch sollen syrische Regierungstruppen auch die von Rebellen kontrollierte Stadt Al-Latamana in der Provinz Hama beschossen haben. Außerdem nahmen Regierungskräfte den Angaben zufolge den nahen Ort Al-Sulakiat ein. Es sei aber nicht klar, ob der Ort sich in einer Schutzzone befindet. Das berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Rebellen warfen der Armee von Präsident Baschar al-Assad vor, erneut Luftangriffe mit Kampfflugzeugen und Helikoptern geflogen zu haben. Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge sollen bei den Angriffen auch Fassbomben eingesetzt worden sein. Ein Rebellensprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass es anschließend Kämpfe zwischen beiden Seiten gegeben habe. Auch nordöstlich der Hauptstadt Damaskus soll es demnach Gefechte zwischen Rebellen und mit der Regierung verbündeten Einheiten gegeben haben.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von weiteren Kämpfen, zu denen es nach Inkrafttreten der Schutzzonen gekommen sei. So seien etwa in der südlichen Provinz Daraa Explosionen zu hören gewesen. "Die Vereinbarung von Astana ist eine Verpflichtung. Alle Beteiligten sind jetzt umso mehr gefordert, das Ihre dazu zu tun, dass die Vereinbarung hält und eingehalten wird", teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. "Vor allem an Russland und Iran, auf deren Unterstützung das syrische Regime baut, liegt es, dazu beizutragen."

Russland, die Türkei und der Iran hatten sich in der kasachischen Hauptstadt Astana auf vier Schutzzonen in dem Bürgerkriegsland geeinigt. Dort sollte von Samstag an Waffenruhe herrschen. Allerdings sind in den Zonen bestimmte Gruppen von der Feuerpause ausgenommen. So sollen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und andere Terrorgruppen weiter bekämpft werden. In den Gebieten ist beispielsweise die Al-Kaida-nahe Extremistengruppe Tahrir al-Scham stark. Deshalb hat Russland keinen völligen Verzicht auf Luftangriffe in den Schutzzonen verkündet.

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Diese Zonen seien mit 27 Rebellengruppen abgesprochen. Bereits mehrfach hatte es Versuche gegeben, eine Feuerpause in Syrien durchzusetzen. Russland, die Türkei und der Iran hatten sich als Verbündete der Konfliktparteien bereit erklärt, als "Garantiemächte" eine Ende Dezember in Kraft getretene Waffenruhe zu überwachen. Allerdings kam es immer wieder zu Kampfhandlungen.