Kleines Ergebnis der Friedensgespräche in Kasachstan: Russland, der Iran und die Türkei haben vereinbart, vier Schutzzonen in Syrien einzurichten. Ein entsprechendes Dokument wurde in der kasachischen Hauptstadt Astana bei den Verhandlungen über eine Waffenruhe in Syrien unterzeichnet. Die drei Staaten unterstützen unterschiedliche Parteien in dem Konflikt.

Die vier Zonen sollen im Norden, der Mitte und im Süden Syriens eingerichtet werden. Einzelheiten darüber, wie die Gewalt in den Gebieten eingedämmt werden soll, wurden nicht mitgeteilt.

Einige Mitglieder der Delegation der syrischen Opposition verließen den Konferenzsaal in Astana unter Protest. Die Opposition war gegen die Teilnahme des Irans an den Gesprächen. Sie beschuldigt die Regierung in Teheran, Kriegspartei zu sein. Der Chefunterhändler Syriens hingegen erklärte, die Regierung in Damaskus unterstütze die Initiative.

Die nächsten Verhandlungen in Astana sollten Mitte Juli stattfinden, sagte der kasachische Außenminister Kairat Abdrachmanow. Russland, die Türkei und der Iran leiten diese Gespräche.

Das gemeinsame Manöver des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und des russischen Präsidenten Wladimir Putin kommt nicht überraschend. Beide Staatschefs hatten bereits bei einem gemeinsamen Treffen in der russischen Stadt Sotschi ein gemeinsames Vorgehen im Syrien-Krieg signalisiert. Putin zeigte sich offen für die Einrichtung sicherer Zonen für Zivilisten. Die Idee von solchen Schutzzonen habe breite Unterstützung, es brauche aber weitere Diskussionen, um die Details auszuarbeiten, sagte er.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte solche kampffreien Räume in Syrien zum Schutz der Zivilbevölkerung bei ihren Gesprächen in Saudi-Arabien und in Russland angeregt.

Im syrischen Bürgerkrieg sind bislang Hunderttausende Menschen gestorben. Russland unterstützt Präsident Baschar al-Assad. Die Türkei, Saudi-Arabien und die USA unterstützen dagegen Rebellengruppen, die den Sturz Assads fordern.

Treffen in Sotschi - Putin und Erdoğan verkünden Annäherung Russland und die Türkei wollen wieder enger zusammenarbeiten. Zwar bleiben russische Sanktionen bestehen, doch im Syrien-Krieg signalisierte der russische Präsident Wladimir Putin Entgegenkommen. © Foto: Alexander Zemlianichenko/AFP/Getty Images