Die syrische Regierung bestreitet, Krematorien für die Leichen von Gefangenen zu betreiben. Entsprechende Vorwürfe seien eine "Hollywood-Story ohne Bezug zur Realität", teilte das syrische Außenministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana mit.

Damit reagierte das Regime von Präsident Baschar al-Assad auf Vorwürfe der USA, wonach es für systematische Massenhinrichtungen verantwortlich sein soll. Täglich würden in dem Militärgefängnis Saidnaja bei Damaskus etwa 50 Gefangene gehängt, hatte das US-Außenministerium mitgeteilt. Um das Ausmaß und Beweise für die Hinrichtungen zu vertuschen, würden die Leichen in einem großen Krematorium verbrannt.

Als Beweis legten die USA bisher geheimgehaltene Fotos von einem Gebäude in dem Gefängniskomplex vor, das zum Krematorium umgebaut worden sein soll. Die Satellitenaufnahmen sollen vom April 2017, April 2016, Januar 2015 und Januar 2013 stammen.

Auf den Bildern sind die schneebedeckten Dächer des Gefängnisses zu sehen. Nur bei einem Gebäude fehlt der Schnee. Das deute auf eine signifikante innere Wärmequelle hin, argumentierte das US-Außenminister. Weitere Indizien oder Beweise legte das Ministerium bisher nicht vor.