Die britische Premierministerin Theresa May will die Regeln für Einwanderer verschärfen. Das geht aus dem Wahlprogramm der Konservativen hervor. Unternehmen sollen demnach für die Beschäftigung von Fachkräften, die nicht aus der EU kommen, mehr zahlen müssen. Auch sollen Nicht-EU-Ausländer mehr für Leistungen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) zahlen.

Insgesamt soll die Zahl der Einwanderer dem Programm zufolge deutlich sinken. Auch soll die Freizügigkeit für EU-Ausländer aufgehoben werden. So soll der sogenannte Zuwanderungsüberschuss, also die Differenz zwischen Zu- und Abwanderung, auf unter 100.000 Ausländer pro Jahr gesenkt werden. Zuletzt waren es 273.000 Menschen. In Großbritannien leben 3,2 Millionen EU-Ausländer, die meisten sind Polen.

"Eine zu schnelle und zu hohe Einwanderung erschwert den Aufbau einer Gesellschaft, die zusammenhält", sagte May. Die nächsten fünf Jahre würden für Großbritannien die größte Herausforderung der vergangenen sechs Jahrzehnte. Ihrem Labour-Konkurrenten Jeremy Corbyn warf sie vor, dessen Pläne würden 58 Milliarden Pfund kosten.

Bereits seit April wird in Großbritannien eine Immigration Skills Charge erhoben. Die Abgabe gilt nur für die Einwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten und beträgt pro Jahr 1.000 Pfund. Dieser Betrag soll sich verdoppeln. Die Einnahmen sollen zur Qualifizierung britischer Arbeitskräfte genutzt werden.

Am 8. Juni werden die Briten vorzeitig ein neues Parlament wählen. Mit der Neuwahl will May ihre Position bei den Brexit-Verhandlungen mit Brüssel stärken. Die Konservativen liegen in Prognosen weit vor der oppositionellen Labour-Partei.