Trotz angespannter Beziehungen zu Europa will Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan die Bemühungen um einen EU-Beitritt der Türkei weiterführen. Erdoğan bezeichnete den Beitrittsprozess als "strategisches Ziel". Die Türkei wolle ihn in gegenseitiger Achtung und Gleichberechtigung fortsetzen.

Die Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise nannte der türkische Präsident als positives Beispiel. "Unser Wunsch ist, unsere Kooperation mit der EU in Bereichen wie Migration, Wirtschaft, Energie, Zollunion und Beitrittsverhandlungen auf das höchste Niveau zu tragen", sagte er.

Zugleich warnte Erdoğan in einer Erklärung zum Europatag vor zunehmender Islamfeindlichkeit und Rassismus in Europa, die die Beziehungen zur Türkei "vergiften" würden.

Vergangene Woche hatte Erdoğan noch schärfere Töne angeschlagen und gefordert, die EU müsse neue Beitrittskapitel öffnen und ihre "Versprechen" halten, ansonsten werde sich die Türkei aus den Verhandlungen verabschieden. Die Beziehungen zu Europa sind seit dem umstrittenen Verfassungsreferendum in der Türkei gestört. Erdoğan hatte Deutschland und den Niederlanden "Nazimethoden" vorgeworfen, nachdem Wahlkampfauftritte türkischer Politiker untersagt worden waren.

Am Europatag erinnert die EU an den Vorschlag des französischen Außenministers Robert Schuman vom Mai 1950, die Montanunion zu gründen. Es wurde die Keimzelle der EU.