Israel, der Vatikan und Saudi-Arabien – das sind die Länder, die US-Präsident Donald Trump auf seiner ersten Auslandsreise besuchen wird. Mehrere US-Medien hatten am Nachmittag unter Verweis auf das Weiße Haus bereits von der Reise berichtet, unklar war aber noch, welchem Land er als Erstes einen Besuch abstatten wird. Am Abend sagte Trump selbst, die Reise werde mit einem "wirklich historischen Treffen in Saudi-Arabien mit Führungspersönlichkeiten aus der ganzen muslimischen Welt" starten. Anschließend werde er nach Israel und dann "zu einem Ort, den meine Kardinäle sehr lieben – Rom", sagte Trump.

Trump wird seine Reise mit dem Nato-Treffen in Brüssel am 25. Mai verbinden. Tags darauf wird der US-Präsident zu dem zweitägigen G7-Gipfel in Taormina in Sizilien erwartet. Bereits im Februar hatte Trump dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni telefonisch zugesichert, zum G7-Gipfel zu kommen. Gegenüber Gentiloni soll Trump auch gesagt haben, er würde gerne den Papst treffen, berichtete Politico.  

Im Vatikan hat man sich in den vergangenen Wochen bereits auf einen Besuch des US-Präsidenten eingestellt: Der Papst werde den US-Präsidenten am Morgen des 24. Mai empfangen, hieß es. "Papst Franziskus ist immer bereit, Staats- und Regierungschefs willkommen zu heißen", hatte Erzbischof Angelo Becciu der italienischen Nachrichtenagentur Ansa Mitte April gesagt.

Trump hat in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit schon einige Staats- und Regierungschefs in Washington oder auch inFlorida empfangen, darunter die britische Premierministerin Theresa May, Bundeskanzlerin Angela Merkel oder den chinesischen Staatschef Xi Jinping.

Am gestrigen Mittwoch war Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei Trump. Im Gespräch mit Abbas bekannte sich Trump zum Nahost-Friedensprozess und versprach, zwischen Israel und Palästinensern vermitteln zu wollen. "Wir wollen Frieden herstellen. Wir werden es schaffen", sagte Trump, der auf seiner Reise nach Nahost auch Abbas noch einmal treffen will. Es wurde nicht mitgeteilt, ob Trump dafür in die palästinensischen Autonomiegebiete reisen wird, etwa nach Ramallah. Auch in einem Briefing des Weißen Hauses zu der anstehenden Reise wurde eine entsprechende Frage nicht beantwortet.

In einer Mitteilung des Weißen Hauses hieß es, Trump werde mit Abbas über einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern sprechen, außerdem über Möglichkeiten einer Ankurbelung der palästinensischen Wirtschaft.

Gerechtere Zukunft für Muslime

Noch zu Beginn seiner Amtszeit hatte Trumps Regierung mit Plänen polarisiert, die US-Botschaft nach Jerusalem verlegen zu wollen. Das hatten die Palästinenser als Provokation empfunden, weil sie den Osten der Stadt als Hauptstadt beanspruchen. Ebenso provokativ war er mit Muslimen umgegangen: Mit einem Einreiseverbot, das für Menschen aus mehreren muslimischen Ländern galt, schockierte er Muslime weltweit, bevor ein Gericht das Dekret wieder stoppte.

Nun will sich Trump auf seiner Reise auch als Mittler zwischen der westlichen und der muslimischen Welt darstellen: Saudi-Arabien wache über die "zwei heiligsten Stätten des Islam", sagte Trump in Washington. "Dort werden wir eine neue Grundlage der Kooperation und der Unterstützung mit unseren muslimischen Alliierten schaffen, um den Extremismus, Terrorismus und die Gewalt zu bekämpfen." Für die "jungen Muslime" müsse es "in ihren Ländern eine gerechtere und hoffnungsvollere Zukunft" geben.