US-Präsident Donald Trump lässt eine Kommission unter der Leitung von Vizepräsident Mike Pence und Staatssekretär aus Kansas, Kris Kobach, den angeblichen Betrug bei der US-Wahl 2016 untersuchen. Trump unterzeichnete ein entsprechendes Dekret. Seit November vergangenen Jahres behauptet der US-Präsident, bei der Wahl habe seine Konkurrentin Hillary Clinton zwischen drei und fünf Millionen Stimmen erhalten, die nie hätten abgegeben werden dürfen. Beweise hatte er dafür nie vorgelegt. Nun soll die Kommission binnen 30 Tagen ein Ergebnis vorlegen. 

In der Gesamtzahl – dem sogenannten popular vote – stimmten gemäß des amtlichen Auszählungsergebnisses fast drei Millionen Amerikaner mehr für Clinton. Entscheidend bei der indirekten Wahl des US-Präsidenten ist jedoch die Verteilung auf die Bundesstaaten und damit auf die Wahlmänner. Hier lag der Republikaner eindeutig vor Clinton. Dennoch beklagte Trump, Millionen Menschen hätten ihre Stimme "illegal" abgegeben. Ohne diesen Wahlbetrug hätte er "zusätzlich zur Mehrheit der Wahlmänner auch die Mehrheit der Stimmen erhalten", sagte Trump im November. 

Ein Betrug in der von Trump behaupteten Größenordnung wird von Experten ausgeschlossen. Die Wahl wird von den Bundesstaaten organisiert. Da diese mehrheitlich von den Republikanern geführt wurden, hätten diese sich gegen ihren eigenen Kandidaten stellen müssen.

Eine Studie des Pew Center aus dem Jahr 2012 kommt zu dem Schluss, dass Millionen Wählerregistrierungen nicht mehr aktuell sind. 2,7 Millionen Amerikaner sind in mehr als einem Staat registriert. Verstorbene sind ebenso im Register wie Ausländer, die nicht wahlberechtigt sind. Das heißt aber nicht, dass falsch registrierte Wähler tatsächlich abgestimmt und dass alle ihre Stimme Clinton gegeben haben.

US-Medien werteten die Unterschrift Trumps unter das Dekret auch als Versuch, nach der Entrüstung um die Entlassung des FBI-Direktors James Comey ein neues Thema zu setzen.