Der frühere US-Geheimdienstkoordinator James Clapper hat Präsident Donald Trump einen Angriff auf die Verfassung vorgeworfen. Die Verfassungsinstitutionen und ihre Machtbalance würden durch russische Einmischung in das Wahlsystem angegriffen, sagte Clapper. "Ich denke, unsere Institutionen werden auch intern angegriffen." Auf die Frage, ob damit Trump gemeint sei, antwortete er: "Genau."

Clapper sagte, die Gründerväter der Vereinigten Staaten hätten drei gleichberechtigte Zweige der Regierung geschaffen und diese Gewaltenteilung durch ein System von Überprüfungen und Ausgewogenheit (Checks and Balances) sichergestellt. Unter Trump werde dieses System angegriffen und ausgehöhlt.

Trump hatte am Dienstag FBI-Direktor James Comey entlassen, dessen Behörde mögliche Verbindungen seines Wahlkampfteams nach Russland untersucht. Er nannte Comey einen "Wichtigtuer", der schlecht gearbeitet habe und drohte ihm öffentlich mit möglichen "Aufnahmen" von Gesprächen. Trumps Sprecher Sean Spicer wollte nicht sagen, ob Aufnahmegeräte im Weißen Haus angebracht wurden. Bis Ende nächster Woche will Trump einen Nachfolger für Comey finden.

Clapper hatte verschiedene leitende Positionen innerhalb der United States Intelligence Community und war von 2010 an Nationaler Geheimdienstkoordinator der Vereinigten Staaten. Bis zum Ende der Amtszeit von Barack Obama war er in diesem Amt tätig.