Der US-Präsident Donald Trump lehnt einen Sonderermittler, der die Verbindungen seines Teams nach Russland untersuchen soll, ab. Die Ernennung Robert Muellers schade den USA erheblich, sagte Trump in einem Briefing mit mehreren Nachrichtensprechern. Sie sei eine "sehr sehr negative Sache", da sie zeige, dass "wir ein gespaltenes, durcheinander geratenes, nicht geeintes Land sind."

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos wiederholte Trump seine ablehnende Haltung zu dem Sonderermittler: "Ich respektiere den Schritt, aber die ganze Sache ist eine Hexenjagd."

Trump wies zudem den Vorwurf, er habe den ehemaligen FBI-Direktor James Comey gebeten, Ermittlungen gegen Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen, klar zurück. "Nein, nein", sagte Trump auf eine entsprechende Nachfrage bei der Pressekonferenz.

Die Ernennung eines neuen FBI-Chefs steht nach Aussagen des Präsidenten kurz bevor. Der frühere Senator Joe Lieberman zeichnet sich als Favorit ab. Die Frage, ob Lieberman ein Top-Anwärter auf den Posten sei, bejahte Trump bei einem Pressetermin.

Der 75-jährige Lieberman steht nicht im Verdacht, ein Gefolgsmann des republikanischen Präsidenten zu sein. Im Wahlkampf hatte er Trumps Rivalin Hillary Clinton unterstützt. Im Jahr 2000 hatte er an der Seite des Demokraten Al Gore für den Posten des Vizepräsidenten kandidiert.

Lieberman war 24 Jahre Senator für den US-Bundesstaat Connecticut, zuletzt als parteiunabhängiger Politiker. 2013 zog er sich zurück.

Vertraute des geschassten FBI-Chefs Comey hatten öffentlich gemacht, dass der ehemalige FBI-Direktor Gesprächsnotizen über Unterhaltungen mit Trump geführt hat. In einem Gespräch habe Trump ihn um ein Ende der Ermittlungen gegen Flynn wegen dessen Russland-Verbindungen gebeten. Trump hatte Comey in der vergangenen Woche gefeuert.

Bei dem Pressetermin sagte Trump zudem, es habe keinerlei Kooperation mit Russland gegeben; er könne aber nur für sich selbst sprechen.