Der Fraktionschef der Republikaner im US-Abgeordnetenhaus, Kevin McCarthy, hat laut einem Bericht der Washington Post die Vermutung geäußert, Donald Trump werde aus Russland bezahlt. "Es gibt zwei Leute, von denen ich glaube, dass sie von Putin bezahlt werden: Trump und Rohrabacher", sagte McCarthy im Juni 2016 in einer privaten Runde mit führenden Republikanern. Dana Rohrabacher ist ein republikanischer Politiker, der sich wiederholt positiv über Russland und Wladimir Putin geäußert hatte.

Die Unterhaltung fand der Zeitung zufolge einen Monat vor der Nominierung Donald Trumps zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten statt. In dem Bericht heißt es, Reporter konnten eine Audioaufnahme des Gesprächs hören.

Wie aus der Aufzeichnung ebenfalls hervorgehe, sei der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, eingeschritten und habe die Anwesenden eingeschworen, diese Unterhaltung nicht nach draußen dringen zu lassen.

Als die Zeitung Ryan und McCarthy mit ihren Aussagen konfrontierte, bestritten sie zunächst, dass das Gespräch je stattgefunden habe. Als die Zeitung weitere Beweise hatte, erklärte Ryan der Washington Post, McCarthy habe "ganz klar versucht, witzig zu sein". Nach der Veröffentlichung des Berichts twitterte auch McCarthy, dass es sich um einen Witz gehandelt habe.

Kurz bevor McCarthy die Bemerkung machte, hatten sowohl er selbst als auch Ryan unabhängig voneinander Unterredungen mit dem ukrainischen Premierminister Wladimir Groisman geführt.

Dieser hatte laut Washington Post erklärt, dass die Regierung von Wladimir Putin gezielt populistische Politiker finanziert, um demokratische Institutionen in Osteuropa zu untergraben. Einen Tag zuvor wurde öffentlich, dass die Demokraten wohl von Hackern aus Russland attackiert worden waren.