Bei erneuten Demonstrationen gegen die sozialistische Regierung in Venezuela sind innerhalb von 24 Stunden vier Menschen getötet worden. Die Männer wurden in den Bundesstaaten Miranda, Táchira und Barinas erschossen, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.

Ein 33-Jähriger und ein 18-Jähriger wurden laut offiziellen Angaben in Táchira erschossen, ein 17-Jähriger starb bei Protesten im weiter östlich gelegenen Staat Barinas. Ein 31-Jähriger überlebte eine Notoperation nicht, nachdem er bei einer Demonstration südlich von Caracas angeschossen wurde.

Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten, Luis Almagro, machte die Streitkräfte für den Tod der Demonstranten verantwortlich. Er warf der Armee Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

Caracas - Erneut Tote bei Protesten in Venezuela Seit Monaten geht die Opposition in Venezuela gegen die sozialistische Regierung von Nicolás Maduro auf die Straße. Bei erneuten Demonstrationen ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. © Foto: Federico Parra/AFP/Getty Images

Bei den seit Wochen andauernden Protesten kamen bislang 43 Menschen ums Leben. Rund 1.000 Menschen wurden verletzt, fast 2.000 Demonstranten festgenommen. Tag für Tag demonstrieren Tausende Menschen gegen Präsident Nicolás Maduro und dessen aus ihrer Sicht autoritären Regierungsstil. Maduro hingegen wittert eine Verschwörung konservativer Kreise und des Auslands gegen sein sozialistisches Regierungsmodell.

Am Dienstag verlängerte Maduro per Dekret den wirtschaftlichen Notstand. Damit verfügt der Staatschef über Sonderbefugnisse. Wegen des niedrigen Ölpreises und jahrelanger Misswirtschaft verfügt das Land kaum noch über Devisen, um Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfs und Medikamente zu importieren.